APA - Austria Presse Agentur

Impfungen für alle: Niederösterreich vorerst einziges Bundesland

29. Apr 2021 · Lesedauer 5 min

Das Bundesland Niederösterreich wird vorerst das einzige Bundesland sein, dass die Corona-Impfung für alle anbieten wird. In Wien zeigt man sich diesbezüglich skeptisch. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ist eine Freigabe der Impftermine hinsichtlich der geringen Impfstofflieferung zu unsicher.

Von 3. bis 10. Mai werden in Niederösterreich weitere Corona-Impfungen gestaffelt nach Altersgruppen zur Buchung freigeschaltet.

Die Termine sollen dann wie folgt freigeschalten werden:

  • Ab 3. Mai: Terminvergabe für alle ab dem 50. Lebensjahr
  • Ab 5. Mai: Start für alle ab dem 40. Lebensjahr
  • Ab 7. Mai: Folgen alle über 30-jährigen
  • Ab 10. Mai: Terminvergabe für alle ab 16 Jahren

Voraussetzung für die Terminvergabe ist ein Hauptwohnsitz in Niederösterreich. Möglich macht der "Impfturbo" in Niederösterreich die erwarteten, größeren Vakzin-Liefermengen und der Fortschritt in der Durchimpfung der älteren Bevölkerungsgruppe. Insgesamt sollen 326.000 Termine freigegeben werden. Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka geht davon aus, dass in etwa 65 Prozent der Impfwilligen in Niederösterreich sich impfen lassen werden. Das erklärte er in einem "ORF"-Interview.

Niederösterreich öffnet Impfung für alle

PULS 24 Reporter Daniel Retschitzegger hat zusammengefasst, wie Niederösterreich die Impfung für alle ermöglichen will.

Wien: Impftermine für alle frühestens im Sommer

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sagte dazu im "Ö1-Morgenjournal", dass ihm eine Freigabe der Impftermine aufgrund der geringen Impfstofflieferungen zu unsicher sei. "Da würde ich noch keine große Karte daraufsetzen und Termine ausmachen, wenn noch nicht gesichert ist, ob der Impfstoff auch wirklich kommt", erklärte er sich im Interview. Hacker geht davon aus, dass die Impftermine für alle frühestens im Sommer möglich sein werden.

Derzeit werden in Wien alle über 60-jährigen und Risikopatienten geimpft. Ab 03. Mai soll dann auch in den Betrieben geimpft werden. Dazu sollen sich laut Hacker an die 10.000 Betriebe bereits gemeldet haben. Zuletzt drängte die Wirtschaftskammer zu einem raschen Impfstart in den Betrieben.

Auch Oberösterreich zeigt sich skeptisch

 

Auch Oberösterreich zeigte sich zurückhaltend: Das Land will seine Impfangebote erst dann allen zugänglich machen, wenn die Gruppe der über 50-Jährigen durchgeimpft ist. Damit sei Ende Mai zu rechnen, erklärte Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) in einer Aussendung. Mittel- und langfristige Planungen seien derzeit noch nicht verlässlich möglich, da es immer nur für zwei Wochen zugesagte Impfstofflieferungen gebe.

Eine Freischaltung für alle ab sofort berge das Risiko, dass zu einem besagten Zeitpunkt zum einen die Impfdosen nicht vorhanden sein können, zum anderen manche Menschen nicht soweit terminlich vorausplanen wollen. "Der oberösterreichische Weg ist hier verlässlicher, weil wir wissen: Bei jeder einzelnen Einladung können wir auch den Impfstoff garantieren", erklärte Haberlander.

Kärnten plane "konservativ"

Auch in Kärnten werden die Impfungen weiter von Woche zu Woche geplant, sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst am Donnerstag auf "APA"-Anfrage. Jüngere Altersgruppen kämen bis zum Sommer an die Reihe. Zum Vergleich mit Niederösterreich sagte Kurath, dass dort Impftermine anders als in Kärnten drei Wochen im Voraus vergeben werden. In Kärnten plane man wie in den meisten anderen Bundesländern konservativ: Verimpft werde, was man bekommen habe. "Es soll nichts terminisiert werden, was noch nicht vorhanden ist." Der Arbeitsaufwand für Absagen wäre erheblich, dazu solle es nicht kommen.

Burgenland bleibt bei Impfplan

Das Burgenland will ebenfalls bei seiner bisherigen Vorgangsweise bleiben und die Anmeldung zur Corona-Impfung nicht für alle über 16 freischalten. Das habe vor allem logistische Gründe, hieß es vonseiten des Koordinationsstabs Coronavirus zur "APA". Auf diese Weise könne man je nach Verfügbarkeit der Impfstoffe besser kalkulieren. Vormerken könne sich wie gehabt jeder, die Einladungen würden dann nach der Reihung im Impfplan verschickt.

Steiermark: Demnächst Aktiv-Anmeldung

In der Steiermark läuft derzeit der Testbetrieb für die Auswahl und aktive Anmeldung zu Impfterminen vorerst auf den Impfstraßen und ähnlich wie in Niederösterreich. Mitte Mai soll die Aktiv-Anmeldung auf die steirischen Impfordinationen ausgeweitet werden. Vorgesehen ist, dass angemeldete Impfwillige künftig ein E-Mail oder eine SMS mit persönlichem Link zugeschickt bekommen und sie damit online einen Termin aussuchen können.

Diese Einladungsmails zur Terminauswahl werden aber nicht an alle zugleich, sondern entsprechend dem nationalen Impfplan nach Prioritäten, wie etwa Alter oder bestimmten Vorerkrankungen, gereiht verschickt. Das passiert auch nur dann, wenn ausreichend Impfdosen zur Verfügung stehen und der Termin auch seitens des Landes gehalten werden kann. Für die Impfwilligen besteht auch die Möglichkeit, einen Termin zu stornieren. Sobald das geschieht, wird das Programm automatisch ein Einladungsmail an den Nächstgereihten ausschicken. Bei zweimaliger Terminabsage werden in der Steiermark die Menschen nach hinten gereiht und bekommen erst dann wieder ein Einladungsmail mit Buchungslink, wenn genügend Impfstoff für alle vorhanden ist.

Tirol zeigt sich zuversichtlich

In Tirol zeigt man sich zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten größere Kontingente an Impfstoffen zur Verfügung stehen, damit soll möglichst bald mit der großflächigen Ausrollung der Impfungen für die breite Bevölkerung begonnen werden.

Bisher hat in Tirol die Terminvergabe für die Impfungen der Über-50-Jährigen begonnen. "Die Phase 2 der Tiroler Impfstrategie und damit die Impfung aller Personen über 65 Jahren und Risikopatientinnen und Risikopatienten steht derzeit in Tirol unmittelbar vor dem Abschluss", sagte Gesundheitsdirektor Thomas Pollak am Mittwoch. In den kommenden Tagen sollen zudem die Impfungen aller impfbereiten Lehrer und Elementarpädagogen abgeschlossen sein. Rund 6.000 Lehrer und 2.600 Elementarpädagogen wurden bereits immunisiert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea