APA - Austria Presse Agentur

Impfung in Österreich bisher für "rund 6.000" Personen

30. Dez 2020 · Lesedauer 3 min

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bisher rund 6.000 Personen gegen Covid-19 geimpft worden. Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keine tagesaktuellen Daten und derzeit auch keine Aufschlüsselung auf die einzelnen Bundesländer. Das Sozialministerium sagt vorerst lediglich "regelmäßige Updates" zu - sowie eine Verbesserung der Datenqualität mit dem großflächigen Impfstart ab 12. Jänner.

Die ersten Impfungen am 27. Dezember hatte die Regierung groß inszeniert und für einen gleichzeitigen Start in allen Bundesländern gesorgt, auch wenn für einzelne Länder nur einige wenige Impfdosen zur Verfügung standen. Wie viele Dosen genau in den Ländern verimpft wurden, ist aber derzeit unklar. Genaue Zahlen gibt es vorerst nicht.

Veröffentlicht hat das Sozialministerium am Mittwoch lediglich die Zahl von rund 6.000 Personen, die österreichweit mit Impfstoff versorgt wurden. Bis Ende dieser Woche werden weitere 53.000 Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffes erwartet, im Jänner dann 63.000 Dosen pro Woche. Damit sollen ab 5. Jänner alle Alters- und Pflegeheime sowie die Covid-Stationen der Krankenhäuser beliefert werden. Die Bestellung erfolgt über den e-Shop der Bundesbeschaffungsgesellschaft. Die großflächigen Impfungen in Pflegeheimen und Covid-Stationen sollen dann ab 12. Jänner starten.

Bis dahin soll es regelmäßige Updates über die Impfungen geben, heißt es im Sozialministerium. Dass keine genauere Aufschlüsselung erfolgt, wurde auf APA-Anfrage damit begründet, dass die entsprechende Qualität der Daten noch nicht gesichert sei. Dies soll sich laut Sozialministerium ab 12. Jänner ändern, wenn mit den großflächigen Impfungen begonnen und auch ein entsprechendes "Impfnetz" etabliert wird.

Katharina Reich, neubestellter Chief Medical Officer im Gesundheitsministerium, hält nichts von Vorteilen, wenn man sich gegen Corona impfen lässt, wie dies derzeit in Deutschland diskutiert wird. "Jede Form von Belohnung für den einen kann für den anderen wie eine Bestrafung wirken. Das spaltet die Gesellschaft. Ich persönlich halte daher nichts davon", sagte sie der "Presse". Der Hoffnung, nach der Impfung keine Maske mehr tragen zu müssen, erteilte Reich eine Absage.

Es sei nämlich nicht klar, inwiefern die Impfungen Ansteckungen unterbinden. "Je mehr Leute geschützt sind, desto mehr können ohne Schutzmaßnahmen Kontakt haben. Aber so lang ich mich im öffentlichen Bereich aufhalte, muss ich die Schutzmaßnahmen einhalten." Für Nichtgeimpfte würden genau dieselben Regeln wie für Geimpfte gelten. Wichtiger sei es, klarzumachen, dass es bei der öffentlichen Gesundheit auch um die Sorge für einander geht. Jeder Einzelne habe insofern einen Individualauftrag, mit Freunden, Nachbarn und Familie über die Impfung zu reden. "Ein Impfbefehl von oben ist nicht zeitgemäß."

Bei der Auswahl der verschiedenen Impfstoffe gehe es nicht nur nach Zeit, es werde schon nach Gruppen unterschieden. "Laut Impfplan sollen etwa Allergiker eher nicht mit dem Biontech-Impfstoff geimpft werden." Bei der breiten Bevölkerung sei es egal, aber sobald mehrere Impfstoffe auf dem Markt sind, steige die Wahrscheinlichkeit, dass man bei der Wahl mitentscheiden kann. Wenn man sich auf einen bestimmten Impfstoff kapriziert, würde man nur vielleicht warten müssen.

Jeder Bürger sollte von seinem Vertrauensarzt beraten werden, der ihm dann einen Impfstoff empfiehlt. "Aber natürlich kann man sich auch gegen diese Empfehlung stellen - auf eigenes Risiko", meinte Reich.

Quelle: Agenturen