APA - Austria Presse Agentur

Im Pandemie-Jahr weniger Aufgriffe von Schmuggelzigaretten

07. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Im durch Corona bedingt äußerst reiseschwachen Jahr 2020 haben sich die Zigarettenaufgriffe des heimischen Zolls gegenüber dem Vorjahr von 2.062 um 52 Prozent auf 995 Fälle verringert. Die Zahl der sichergestellten Schmuggel-Zigaretten ging von 4,99 Millionen Stück um 42 Prozent auf 2,89 Millionen zurück, bilanzierte das Finanzministerium. Eine in Österreich entwickelte Tabak Track html5-dom-document-internal-entity1-amp-end Trace Mobile App soll nun die Arbeit der Zollbediensteten unterstützen.

Die App ermöglicht das sofortige Auslesen des individuellen Erkennungsmerkmals, das auf allen Verkaufspackungen von Zigaretten und Tabak-Feinschnitt angebracht sein muss, und den Abgleich mit einem EU-weiten Verzeichnis, hieß es aus dem Ressort. So werde rasch geklärt, ob sich das kontrollierte Produkt legal im Warenverkehr innerhalb der EU befindet, oder ob ein illegaler Schmuggel vorliegt. Außerdem lassen sich über das Merkmal alle Abschnitte der Lieferkette - von der Produktion bis zur ersten Verkaufsstelle - erfassen. Entwickelt wurde die App vom Finanzministerium und dem Bundesrechenzentrum in Zusammenarbeit mit der Monopolverwaltung.

Auch die Polizei erhält Zugriff auf die Appdaten, um beispielsweise Einbrüche in Trafiken aufzuklären und sichergestellte Ware dem jeweiligen Trafikanten zuzuordnen. Außerdem soll die App künftig weiteren Behörden wie dem Gesundheitsministerium zur Verfügung stehen. Auf EU-Ebene wurde sie bereits den anderen Mitgliedstaaten vorgestellt und sei auf großes Interesse gestoßen. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) bezeichnete Track & Trace als "Meilenstein im Kampf gegen Zigarettenschmuggel".

Zusätzlich zu den Zigaretten wurden 2020 in zwei illegalen Zigarettenfabriken 15,4 Tonnen Rauchtabak beschlagnahmt. Die Sicherstellung von rund 60 Prozent der Schmuggelware erfolgte an der Zoll-Dienststelle Eisenstadt Flughafen Wien. Der Wert der beschlagnahmten Zigaretten verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 500.000 Euro auf 355.000 Euro.

"Illegaler Zigarettenhandel schadet den ehrlichen Unternehmen und ist durch die damit verbundene Steuerhinterziehung ein Betrug an der Republik Österreich. Darüber hinaus schützt das Zollamt Österreich auch die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten vor unbekannten und besonders giftigen Inhaltsstoffen", sagte Blümel.

Quelle: Agenturen