APA - Austria Presse Agentur

Hohe Corona-Fallzahlen von Washington bis Tel Aviv

04. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Weltweit breitet sich das Coronavirus immer mehr aus. In Israel kam es zu einem größeren Infektionsherd in der Armee, zudem befürchten die palästinensischen Gebiete einen größeren Ausbruch. Mit knapp 9.000 Neuinfektionen sieht sich dagegen Frankreich prognostiziert. Auch in den USA fallen die Zahlen nur langsam. Neueste Prognosen gehen von über 400.000 Toten bis 2021 aus.

Weltweit breitet sich das Coronavirus immer mehr aus. In Israel kam es zu einem größeren Infektionsherd in der Armee, zudem befürchten die palästinensischen Gebiete einen größeren Ausbruch. Mit knapp 9.000 Neuinfektionen sieht sich dagegen Frankreich prognostiziert. Auch in den USA fallen die Zahlen nur langsam. Neueste Prognosen gehen von über 400.000 Toten bis 2021 aus.

Nach Angaben des Militärs sind rund 30 Corona-Infektionen in einer Militärschule entdeckt worden. Dutzende Soldaten seien in Quarantäne geschickt worden, teilte die Armee am Freitag bei Twitter mit. Die Soldaten seien getestet worden, nachdem auf dem Stützpunkt zwei Fälle bekanntgeworden seien. Indes geht in Gaza die Angst vor einem massiven Corona-Ausbruch um.

Israel veröffentlicht die Zahl seiner Soldaten aus Sicherheitsgründen nicht. Sie wird auf rund 170.000 aktive Soldaten und 445.000 Reservisten geschätzt. Nach Angaben der Armee sind derzeit 372 Soldaten mit dem Virus infiziert. In Quarantäne befinden sich demnach 3.965 Soldaten und Mitarbeiter.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war in Israel in den vergangenen Tagen auf immer neue Rekordwerte gestiegen. Am Mittwoch wurde erstmals die Marke von 3.000 neuen Fällen an einem Tag überschritten. Am Donnerstag waren es laut Gesundheitsministerium 2.766 Neuinfektionen - der zweithöchste jemals erfasste Wert. Die Regierung will ab Montag in besonders betroffenen Orten Lockdown-Maßnahmen umsetzen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Hohe Fallzahlen gibt es derzeit etwa unter jungen Menschen sowie in arabischen und ultraorthodoxen Gemeinden.

Auch im von der islamistischen Hamas regierten Gazastreifen wurden seit Ende August Hunderte Neuinfektionen registriert. Ein unkontrollierter Ausbruch in dem dicht besiedelten Küstengebiet gilt als Horrorszenario. Zur Unterstützung trafen am Freitag fünf Minister aus der Regierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Gazastreifen ein. Lokale Beobachter gingen davon aus, dass ihr Besuch die Versöhnung der Fatah von Abbas und der Hamas vorantreiben könnte.

Auch in Frankreich breitet sich das Coronavirus weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium registrierte 8.975 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ist der höchste Zuwachs seit Beginn der Pandemie. Am Vortag hatte die Behörde 7.157 Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich 309.156 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

In Spanien erreichte die Zahl der Neuinfektionen den höchsten Wert seit Ende des Lockdowns im Juni. Bei Tests, die innerhalb der letzten 24 Stunden durchgeführt worden seien, habe es 4.503 neue positive Ergebnisse gegeben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen sei allerdings wegen verspätet gemeldeter Fälle im Vergleich zum Vortag sogar um mehr als 10.000 auf fast 500.000 gestiegen, hieß es. Sorgen bereitet vor allem die Situation in der Region Madrid.

Indes befürchten Forscher in den USA viel beachteten Modell zufolge bis zum Jahresende 410.000 Corona-Tote. Das wäre mehr als eine Verdoppelung der gegenwärtigen Opferzahl von 187.000 Toten. Das geht aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.

Als Grund für den prognostizierten starken Anstieg der Opferzahlen führen die Experten geringere Vorsicht der Menschen in den USA sowie den Beginn der kalten Jahreszeit und Grippesaison an. In den USA gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bisher rund 6,2 Millionen bestätigte Infektionen. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Todesopfer bis 1. Dezember mit rund 290.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher. Derzeit sterben pro Tag rund 1.000 Menschen.

Die Zahl der täglichen Neuinfektion in den USA fiel zuletzt von mehr als 60.000 im Juli auf inzwischen etwa 40.000 bis 45.000. Das sind Experten zufolge aber immer noch so viele Infektionen, dass es unmöglich ist, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

Quelle: Agenturen