APA - Austria Presse Agentur

Hochwasser: Schäden in Millionenhöhe - Kurz verspricht rasche Hilfe

20. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Österreich haben begonnen. Erste Schadenskommissionen sind bereits unterwegs. Bundeskanzler Sebastian Kurz verspricht rasche Hilfe.

Nach dem Hochwasser in vielen Teilen Österreichs, haben nun die Aufräumarbeiten begonnen. Das derzeitige Schadensausmaß kann noch nicht beziffert werden. Doch der Schaden in der Landwirtschaft ist groß: "Aus jetziger Sicht wird mit einer überschwemmten und geschädigten Agrarfläche von 5.000 Hektar und einem Gesamtschaden von fünf Millionen Euro gerechnet", sagte der Vorstandsvorsitzende der Hagelversicherung, Kurt Weinberger.

Auch Feuerwehrkommandanten Martin Strondl aus Furth Göttweig bestätigt: "Der Schaden ist beträchtlich". "Die Häuser brauchen sicher Monate, bis sie trocknen", erklärt er gegenüber PULS 24.

Feuerwehrkommandanten Martin Strondl gibt einen Überblick über den "beträchtlichen Schaden" in Furth Göttweig.

Erste Schadenskommissionen unterwegs

Teilweise waren bereits Schadenskommissionen in einigen Orten unterwegs. In den nächsten Tagen werden sie weitere Schäden begutachten und die Ansuchen an den Katastrophenfonds stellen. "Wir werden die Hilfsgelder dann raschest, binnen Tagen, ausbezahlen", kündigt Niederösterreich Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) an.

So kommt es zum Beihilfenantrag:

Um eine Förderung zu bekommen, müssen Betroffene laut dem "Digitalen Amt" die Gemeinde oder die eigene Versicherung verständigen. Erst dann soll die Schadenskommission das Ausmaß begutachten und ein Schadensprotokoll ausfüllen. Dieses Protokoll wird an die Landesregierung weitergeleitet, wodurch die Auszahlung der Beihilfe veranlasst wird.

Viele Betroffene hoffen auf diese Hilfe. So auch Maria Seiwald aus Hallein. Sie hoffe nach dem Hochwasser auf finanzielle Unterstützung vom Land Salzburg oder dem Bund, denn "die Kosten werde ich nicht decken können", sagt sie gegenüber PULS 24.

Maria Seiwald, Betroffene aus Hallein, spricht mit PULS 24  über das Hochwasser in Hallein, Salzburg.

Kurz verspricht rasche Hilfe

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) versprach bei einer Pressekonferenz rasche Hilfe: "Der Katastrophenfonds des Bundes ist mit 450 Millionen Euro gefüllt. An den finanziellen Mitteln wird es nicht scheitern". Er habe mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) vereinbart, "dass schnell und unbürokratisch aus dem Katastrophenfonds geholfen werden soll".

Der Katastrophenfonds des Bundes ersetzt den Ländern traditionell 60 Prozent jener Hilfsgelder, die das Land an die Geschädigten ausbezahlt. "Dieser Anteil soll nun vom Bund vorgezogen werden, damit den Leuten zügig geholfen werden kann", sagte Haslauer. Für Schäden im privaten Bereich dürfte es sich dabei um einen Betrag in der Größenordnung von zwei bis drei Millionen Euro handeln. Der Landeshauptmann bezifferte die Schäden Privater mit rund sieben Millionen Euro - "vor allem im Bereich Hallein und im Oberpinzgau, wo doch einige Häuser in Uttendorf und Niedernsill betroffen waren."

Der Katastrophenfonds des Landes rechne nach dem Hochwasser vom Wochenende mit 2.500 Hilfsanträgen. Betroffene Private könnten ihre Anträge direkt bei der Gemeinde stellen. "Wichtig ist, dass alle Schäden mit Fotos dokumentiert werden", so Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). In Härtefällen entscheide eine Kommission über einen Vorschuss.

PULS 24  berichtet aus Hallein über die Folgen des Hochwassers und die versprochene Unterstützung der Regierung.

Wirtschaftskammer und SVS starten Hilfsaktion

Auch die Wirtschaftskammer und die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) starten eine Hilfsaktion für unverschuldet durch Unwetter in Not geratene Mitgliedsunternehmen. Die finanzielle Unterstützung für einen Betrieb beträgt pro Schadensfall insgesamt mindestens zehn Prozent des entstandenen Schadens, gedeckelt mit 10.000 Euro bzw. 15.000 Euro je nach Landeskammer.

Die Mittel werden in jedem Schadensfall zu 50 Prozent von der jeweiligen Landeskammer, zu 30 Prozent von der SVS und zu 20 Prozent von der WKÖ aufgebracht. Bei Selbstständigen ohne SVS-Mitgliedschaft werde dessen Anteil je zur Hälfte von der Landes- und der Bundeskammer übernommen.

Quelle: Agenturen / pea