Hochwasser-Lage auch in Belgien und Niederlande dramatisch

16. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Auch in den Niederlanden und Belgien sorgen Hochwasser für Verwüstungen. Aus Belgien wurden bereits mindestens 15 Todesopfer gemeldet. Zehntausende sind in beiden Ländern aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen.

Nicht nur in Deutschland haben Überflutungen große Schäden angerichtet. Auch in Teilen der Niederlande und Belgiens verschärfte sich die Situation zuletzt. Im niederländischen Maastricht wurden rund 10.000 Bewohner aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen.

Die Provinz Limburg, in der Maastricht liegt, ist besonders stark vom Hochwasser betroffen. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, es gibt Berichte über Todesopfer, die genaue Zahl ist bisher aber noch nicht bekannt.

Auch die Stadt Roermond evakuierte Viertel, mehrere Hundert Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Wasserstände der Flüsse in den Niederlanden schwellen durch die Wassermassen schnell an. Die Armee schickte mehrere Hundert Soldaten, um zu helfen. Ministerpräsident Mark Rutte erklärte das Hochwasser in der Provinz Limburg im Süden des Landes zu einer nationalen Katastrophe. Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten versuchten, Deiche zu verstärken und Einwohner wegzubringen. Unter anderem ist die Stadt Venlo mit rund 100.000 Einwohnern von Überschwemmungen betroffen. Am Abend sollte ein Großteil der Stadt evakuiert werden, teilte die Verwaltung mit.

Der niederländische König Willem-Alexander und seine Frau Maxima haben einige der vom Hochwasser betroffenen Gebiete besucht. Sie zeigten sich tief bestürzt von den Zerstörungen.

APA - Austria Presse Agentur

Der niederländische König Willem-Alexander (2.v.l.) und seine Frau Maxima in den Hochwasser-Gebieten.

Belgien: 15 Tote, "deprimierende Szenarien"

Auch im benachbarten Belgien ist die Lage dramatisch. Mit Stand Freitag wurden bisher mindestens 15 Todesopfer gemeldet. Die Stadt Lüttich (fr.: Liege) hat seine Bewohner aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Wer die Stadt verlassen könne, solle das tun, sagte Bürgermeisterin Christine Defraigne. Die Maas, die durch die knapp 200.000 Bewohner zählende Stadt fließt, führt bereits Hochwasser.

Rund 120 Mitglieder der niederösterreichischen Feuerwehren sind nach schweren Unwettern nach Belgien ausgerückt. Seit den frühen Morgenstunden gingen sie am Freitag im Raum Lüttich zu Werke. Was sich ihnen offenbarte, waren nach Angaben des Landesverbandes "deprimierende Szenarien", verwüstete Wohnhäuser, in den Fluten versunkene Autos und zerstörte Infrastruktur inklusive. Wie lange der Einsatz der Helfer andauern wird, war zunächst nicht absehbar.

Konkret eingesetzt wurden die Niederösterreicher in Theux, einer 12.000 Einwohner zählenden Stadt in der belgischen Provinz Lüttich. Das den Ortskern durchziehende Flüsschen namens Hoegne hatte sich dort zu einer reißenden Gewalt entwickelt und nach Feuerwehrangaben einen Rekordpegel erreicht. Das Wasser stand in der Stadt bis zu zweieinhalb Meter hoch.

"Autos wie Zündholzschachteln weggeschwemmt"

"Die Strömungsgeschwindigkeit war so enorm, dass Autos wie Zündholzschachteln wegschwemmt und ein Großteil aller Gebäude massiv beschädigt wurden", berichtete Franz Resperger vom Landeskommando in einer Aussendung. Kein Bewohner von Theux könne sich "an eine derartige Flutkatastrophe erinnern".

Da in eingestürzten Objekten Personen verschüttet sein könnten, waren die Helfer aus Österreich damit beschäftigt, mögliche Opfer zu lokalisieren und im Bedarfsfall auch zu befreien. Durchsucht wurden außerdem zahlreiche Autowracks, da es im Bereich des Möglichen stand, dass Menschen in den Fahrzeugen eingeschlossen sein könnten.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos/APA