Hitzewelle belastet Bauarbeiter: AK und Gewerkschaft fordern Hitzefrei

08. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) fordern rechtliche Grundlagen, die die Freistellung von Bauarbeitern bei Hitze garantieren.

Bei Außentemperaturen von bis zu 37 Grad am heutigen Donnerstag leidet jeder, der der Hitze ausgesetzt ist, schwer arbeitende Menschen im Freien jedoch besonders. 

Bauarbeiter müssen in der Sonne hart arbeiten, ob sie wollen oder nicht. Sie können meist nicht in den Schatten flüchten, wie von ExpertInnen empfohlen. In Krankabinen werden im Sommer Temperaturen von über 40 Grad gemessen, bei Asphaltarbeiten noch viel höhere.

AK und GBH appellieren an die Baustellenverantwortlichen, die Gefahren von Hitze und Sonne ernst zu nehmen und die Hitzeregelung anzuwenden. Im letzten Hitzesommer 2019 nutzte nur rund die Hälfte der Betriebe die Hitzefrei-Regelung.

Im Sommer ist Bau-Hauptsaison, es fallen die meisten Überstunden an. Dazu kommen Lärm, Staub, Stress, gefährliche Arbeitsbedingungen. "Das haut sogar den stärksten Bauarbeiter um", sagt GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch.

Josef Muchitsch von der Gewerkschaft Bau-Holz pocht auf einen verpflichtenden Rechtsanspruch, bei großer Hitze zum Beispiel auf Baustellen frei zu bekommen.

Anordnung muss vom Arbeitgeber kommen

Die Hitzefrei-Grenze ist bei 32,5 Grad Celsius im Schatten erreicht und gilt somit im Normalfall ab Mittag oder Nachmittag. Angeordnet müssen die freien Stunden jedoch vom Arbeitgeber werden, kein Bauarbeiter hat das Recht darauf. Kosten werden den Firmen von der Bauarbeiter-Urlaubs-und Abfertigungskasse refundiert. 

Durch die pralle Sonne kommt es zu schweren Sonnenbränden, Sonnenstichen, Kreislaufbelastungen, Schädigung der Augen durch UV-Strahlung und die Hautkrebs-Gefahr steigt. Dazu kommt noch eine deutlich steigende Unfallgefahr bei Hitze, weil die Konzentrationsfähigkeit sinkt, wie auch eine von der AK Wien in Auftrag gegebene Studie zeigt.

6 Tipps bei großer Hitze

Bereits bei normaler Arbeit verbraucht ein Mensch ca. 2.5 Liter Flüssigkeit. Schon ein Flüssigkeitsverlust von 2 Prozent verursacht einen Leistungsverlust von 20 Prozent. Dadurch kommt es zu Fehlhandlungen, einem erhöhten Unfallrisiko, Müdigkeit, erhöhter Reizbarkeit und Konzentrationsmangel. 

  • Genug Wasser trinken ist lebensnotwendig.
  • Wer schwer arbeitet, muss mehr Wasser trinken: Mindestens 2 Liter pro Tag
  • Nicht warten, bis man durstig ist.
  • Mehrmals täglich Wasser trinken – nicht alles auf einmal "reinschütten"
  • Zu kalte Getränke verursachen Magenschmerzen
  • Natürliches Mineralwasser ist das gesündeste
Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam