APA - Austria Presse Agentur

Historischer Start der bemannten SpaceX-Rakete geglückt

30. Mai 2020 · Lesedauer 4 min

Nach knapp neunjähriger Pause sind erstmals wieder Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Zugleich handelte sich um den ersten bemannten Flug eines Privatunternehmens zur ISS. Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley hoben am Samstag in einer "Crew Dragon"-Raumkapsel mit einer "Falcon 9"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab.

Nach knapp neunjähriger Pause sind erstmals wieder Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Zugleich handelte sich um den ersten bemannten Flug eines Privatunternehmens zur ISS. Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley hoben am Samstag in einer "Crew Dragon"-Raumkapsel mit einer "Falcon 9"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab.

Der Start der zweistufigen Rakete verlief reibungslos: In einer Wolke von Rauch und orangefarbenen Flammen hob die Falcon-9-Rakete von der Startrampe 39A zu der 19-stündigen Reise zur ISS ab. Die erste Raketenstufe löste sich wie geplant und landete senkrecht auf einer schwimmenden Plattform vor der Atlantikküste. Auch die Zweitstufe koppelte problemlos ab und schickte die beiden Astronauten in der Raumkapsel "Dragon Crew" auf ihren Weg zur Raumstation 450 Kilometer über der Erde. Die Raumkapsel sei auf der richtigen Umlaufbahn, teilte SpaceX mit.

"Glückwünsche... für diese erste bemannte Reise der Falcon 9, es war unglaublich", sagte der Astronaut Doug Hurley, Kommandant der Raumkapsel, die mit 27.000 Stundenkilometern in einer Höhe von rund 200 Kilometern unterwegs war. Die Ankunft an der ISS ist für Sonntag, 16.29 Uhr MESZ vorgesehen. NASA-Chef Jim Bridenstine sprach von einem "wundervollen Tag".

US-Präsident Donald Trump, der mit der Präsidentenmaschine Air Force One nach Florida geflogen war, um den Start mitzuverfolgen, zeigte sich beeindruckt: "Es ist unglaublich", "wirklich etwas Besonderes", sagte er.

Ein erster Starttermin war am Mittwoch wegen schlechter Wetterbedingungen kurzfristig abgesagt worden. Ungünstiges Wetter stellte den Start am Samstag zunächst erneut in Frage. NASA-Chef Bridenstine und SpaceX-Chef Elon Musk erklärten jedoch, dass die Vorbereitungen für den geplanten Start wie vorgesehen vorangingen. "Wetterunsicherheiten bleiben aber, die Wahrscheinlichkeit einer Absage liegt bei 50 Prozent."

Das private Raumfahrtprojekt des Technikpioniers Elon Musk ist ein wichtiger Beitrag, um die USA wieder unabhängig von russischen Raketen zu machen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hatte ihr Shuttle-Programm 2011 wegen hoher Kosten und nach zwei Unglücken eingestellt.

Seither war die US-Raumfahrtbehörde für Flüge zur ISS auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der NASA schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Es seien derzeit schwierige Zeiten für die USA, sagte NASA-Chef Bridenstine. Das Land ist besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen, außerdem gibt es derzeit Massenproteste nach dem Tod eines Afroamerikaners bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Er hoffe, sagte Bridenstine, dass der erfolgreiche Start "jedem die Möglichkeit gibt, über Menschlichkeit nachzudenken".

"Wir sind abgehoben", teilte die NASA per Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Geschichte ist geschrieben worden."

Nach dem erfolgreichen Start landete die erste Raketenstufe sicher wieder auf einem Schiff im Atlantik. Die Startraketenstufe sei einige Minuten nach dem Start am Samstag erfolgreich aufrecht auf dem Schiff "Of Course I Still Love You" vor der US-Küste gelandet, teilte das private Raumfahrtunternehmen SpaceX mit.

Die Landung und Wiederverwendung von Raketenstufen und Raumkapseln ist ein wichtiger Teil der Strategie von SpaceX. Schon mehrfach gelangen Landungen von Raketenstufen auf Schiffen sowie auf Land.

Die "Crew Dragon"-Raumkapsel mit den beiden US-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley an Bord trennte sich unterdessen erfolgreich von dem Rest der Rakete und machte sich alleine weiter auf den Weg zur ISS.

Am Sonntag sollen die beiden Astronauten an der ISS andocken und rund einen Monat bleiben. Es ist das erste Mal, dass mit SpaceX ein privates Raumfahrtunternehmen Astronauten zur ISS befördert. Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten "Crew Dragon". SpaceX wurde vom Unternehmer Elon Musk gegründet und hatte zuvor nur Fracht zur ISS transportiert. Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre "Atlantis" zur ISS geflogen.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der NASA schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Quelle: Agenturen