Läusekammfund in IsrealAPA/AFP/MENAHEM KAHANA

Historischer Fund: "Möge dieser Stoßzahn Läuse in Haar und Bart ausrotten"

09. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Israelische Forscher haben in Israel eine rund 3.700 Jahre alte Inschrift auf einem Läusekamm aus Elfenbein entdeckt.

Es handle sich dabei um den ältesten geschriebenen Satz in kanaanitischer Sprache, der bisher in Israel gefunden wurde, teilte die Hebräische Universität Jerusalem (HU) am Mittwoch mit. "Möge dieser Stoßzahn die Läuse in Haar und Bart ausrotten", steht demnach auf dem Fundstück, das auf etwa 1.700 Jahre vor Christus datiert wird.

"Die Inschrift ist ein direkter Beweis für die Verwendung des Alphabets im täglichen Leben vor etwa 3.700 Jahren. Dies ist ein Meilenstein in der Geschichte der menschlichen Fähigkeit zu schreiben", teilte Josef Garfinkel von der HU mit. Der Archäologe war an den Grabungen beteiligt.

Leute mit hohen Status litten unter Läusen

Darüber hinaus lasse der Fund darauf deuten, dass selbst Menschen mit hohem sozialen Status unter Läusen litten. Elfenbein war zu der Zeit ein sehr teures Material. Der kleine Kamm ist etwa 3,5 mal 2,5 Zentimeter groß und wurde bereits 2017 gefunden, wie es in der Mitteilung der Universität hieß. Die Inschrift sei jedoch erst dieses Jahr bei einer Nachbearbeitung entdeckt worden.

Nur einzelne Worte bisher gefunden

Bereits zuvor seien in Israel einzelne Wörter in der kanaanitischen Sprache entdeckt worden, jedoch nach Angaben der Forscher noch nie ein ganzer, aussagekräftiger Satz. Das Alphabet wurde demnach um 1800 vor Christus erfunden und von den Kanaanitern und später von den meisten anderen Sprachen der Welt verwendet. Die inzwischen ausgestorbene Sprache gehört zu den semitischen Sprachen und ist mit dem Hebräischen verwandt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz