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Hepatitis bei Kindern: Zahl von Fällen in Europa steigt an

28. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Zahl der Patienten im Kindesalter mit einer akuten Hepatitis stieg auf bisher schätzungsweise 55 solcher Fälle im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) an, darunter zwei in Österreich.

Zwölf EWR-Länder haben mittlerweile Verdachts- oder bestätigte Fälle verzeichnet, wie aus einer am Donnerstagabend veröffentlichten Risikoeinschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht.

In Österreich sind zwei Kinder mit Leberentzündung unklarer Herkunft im Wiener St. Anna-Kinderspital in Behandlung. Aus Deutschland wurde die Erkrankung eines fünfjährigen Kindes gemeldet: Es sei im Jänner mit Symptomen einer akuten Hepatitis ins Krankenhaus eingeliefert worden und habe zuvor unter Magen-Darm-Beschwerden gelitten. Das Kind sei positiv auf Adenoviren, aber negativ auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Neben 111 Fällen in Großbritannien gab es demnach zudem auch jeweils zwölf Fälle in den USA und in Israel sowie einen in Japan. Bisher hätten sich die meisten der jungen Patienten von der Ansteckung erholt, aber einige hätten ein akutes Leberversagen erlitten, was eine Lebertransplantation erforderlich gemacht habe.

Wie ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Dienstag gesagt hatte, ist die genaue Ursache hinter den Hepatitis-Fällen noch unklar. Die bisherigen Untersuchungen deuteten auf eine Verbindung zu Infektionen der Kinder mit Adenoviren hin.

Rodeck zu Kinder-Hepatitis

Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, spricht mit PULS 24 Anchorman Daniel Retschitzegger über die neuen Fälle von Hepatitis-Erkrankungen bei Kindern, ob Corona ein Auslöser sein könnte und von welcher weiteren Entwicklung er ausgeht.

Zum EWR zählen die 27 Länder der Europäischen Union sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Fälle gab es in diesem Raum demnach bisher in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien und in Spanien.

Die Inzidenz ist nach ECDC-Angaben sehr gering, auch wenn keine systematische Überwachung stattfindet. Da der Erreger weiter unbekannt sei, lasse sich das Risiko für die kindliche Bevölkerung derzeit nicht genau abschätzen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Dienstagabend vom ersten deutschen Fall berichtet. Der Erkrankungsbeginn lag auch demnach bereits im Jänner. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam