APA - Austria Presse Agentur

Heiliger Abend: Wohnungsbrände und Verkehrschaos durch Hirsch

25. Dez 2021 · Lesedauer 5 min

Eine "stille Nacht" war der Heilige Abend in manchen Ortschaften in Österreich nicht. Neben einigen Wohnungsbränden, beschäftigte auch ein Hirsch in Kärnten die Einsatzkräfte.

Ein Wildtier hat am Freitag, Heiliger Abend auf der Oberkärntner Mölltal Bundesstraße (B106) einen Verkehrsunfall ausgelöst. Ein Pkw-Lenker aus Wien musste dem über die Straße springenden Hirsch ausweichen und ist dabei gegen eine Leitschiene geprallt. Sein Wagen wurde so schwer beschädigt, dass der 40-Jährige nicht aussteigen konnte. Die Feuerwehr schnitt das Wrack mit einer Bergeschere auf und befreite den Verletzten. Er wurde ins Krankenhaus von Spittal/Drau gebracht.

Der Wiener war mit seinem Wagen gegen 17.50 Uhr auf der Mölltal Straße (106) nach Obervellach (Bezirk Spittal/Drau) gefahren, wie die Landespolizeidirektion Kärnten am Samstag, Christtag, mitteilte. Als er dem über die Fahrbahn springenden Hirsch auswich, kam er von der Straße ab, schlitterte rund 100 Meter unkontrolliert am Straßenbankett entlang und fuhr Leitpflöcke um. Dann prallte der Wagen gegen eine Leitschiene und kam quer auf der Leitschiene hängend zum Stillstand. Die B106 war wegen der Bergungsarbeiten einige Zeit für den gesamten Verkehr gesperrt.

Verkehrsunfall auch in Wien

Ein Alkolenker hat am Nachmittag des Heiligen Abend auf der Ostautobahn (A4) in Wien-Leopoldstadt einen Unfall gebaut, bei dem zwei Menschen leicht verletzt wurden. Der 44-jährige Mann war laut Polizeisprecher Mohamed Ibrahim gegen 14.30 Uhr auf der A4 auf der linken Spur stadteinwärts unterwegs und dürfte eingeschlafen sein. Dabei dürfte sein Wagen gegen die Leitschiene und in weiterer Folge gegen einen davor fahrenden Pkw gestoßen sein.

Der Lenker und die Beifahrerin in dem anderen Wagen wurden leicht verletzt, an beiden Autos entstand großer Sachschaden. Ein Alkotest bei dem 44-Jährigen ergab 1,64 Promille, er musste den Führerschein vorläufig abgeben.

Sternspritzer löste Brand aus

Bei einem durch einen Sternspritzer ausgelösten Feuer ist am Heiligen Abend in Gnadenwald (Bez. Innsbruck-Land) ein Stockwerk eines Wohnhauses ausgebrannt. Der Sternspritzer setzte einen künstlichen Baum in Flammen, in weiterer Folge breitete sich der Brand auf den Wohnbereich aus. Die anwesenden sieben Erwachsenen und ein sechs Monate altes Baby, die gemeinsam das Weihnachtsfest feierten, brachten sich rechtzeitig in Sicherheit, sie blieben unverletzt, so die Polizei.

Der 35-jährige Hausbesitzer entzündete gegen 20.00 Uhr zunächst zwei Sternspritzer, hängte sie aber nicht am Christbaum auf. Beim Entzünden des dritten Spritzers - mit zu geringem Abstand zum Baum - ging das Kunststoffprodukt in Flammen auf. In kürzester Zeit stand das oberste Stockwerk des Wohnhauses in Vollbrand, die Menschen retteten sich ins Freie.

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Kellerbrand verhindert

Ein Familienvater hat am Heiligen Abend einen Kellerbrand in einem Einfamilienhaus in Wiener Neustadt verhindert. Der 49-Jährige hatte Feuerwehrangaben zufolge die Flammen bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte unter Kontrolle gehalten. Die Eltern und vier Kinder im Alter von vier, zwölf, 13 und 17 Jahren mussten vom Rettungsdienst versorgt werden.

In einer Küche im Kellergeschoß war Kochgut in Brand geraten, berichtete die FF Wiener Neustadt. Die Familie bemerkte den Geruch während des Festessens gerade noch rechtzeitig. Während die Mutter die Feuerwehr alarmierte, ging der Vater mit einem Wasserschlauch gegen die Flammen vor. Die Einsatzkräfte sprachen von "beherztem Eingreifen" des Mannes. Die Kinder retteten sich selbst aus dem Haus, standen beim Eintreffen der Helfer jedoch teils ohne Socken und Schuhe im Freien.

Die Feuerwehr drang unter Atemschutz in den Keller vor. Das stark qualmende Kochgut und bereits angesengte Teile der Einrichtung wurden abgelöscht.

Feuerwehr in Hollabrunn und Stickelberg im Einsatz

Ebenfalls am Freitagabend standen neun Freiwillige Feuerwehren in Stickelberg in der Gemeinde Hollenthon (Bezirk Wiener Neustadt) bei einem Wohnhausbrand im Einsatz. Ein Bewohner wurde aus dem Objekt gerettet, berichtete das Bezirkskommando. Die Löschtrupps verhinderten ein Übergreifen der Flammen.

In Hollabrunn galt es einen Zimmerbrand in einem Einfamilienhaus zu bekämpfen. Fünf Feuerwehren mit 72 Helfern rückten aus. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte drang dem Bezirkskommando zufolge bereits dichter schwarzer Rauch aus dem Dachgeschoß. Nachdem die Bewohner in Sicherheit gebracht worden waren, ging ein Atemschutztrupp gegen die Flammen vor. Die Hitzeentwicklung sei enorm gewesen, sagte Einsatzleiter Markus Pfeifer. "Nur fünf Minuten später hätten die Flammen den Dachstuhl erfasst und für erhebliche Schäden am Gebäude gesorgt."

Vorarlberg: Senior erlitt Rauchgasvergiftung

Durch den Brand eines Mülleimers in einer Wohnung in Hard (Bez. Bregenz) hat ein 75-jähriger Mann am Heiligen Abend eine Rauchgasvergiftung erlitten. Beim Eintreffen der Feuerwehr befand sich der Eimer auf der Terrasse der Wohnung, zwei Nachbarn hatten ihn bereits mit Feuerlöschern gelöscht. In Hohenems geriet aufgrund von Elektrizitätsproblemen in einem Wohnhaus ein Herd in Brand.

Die Wohnung des 75-Jährigen war verraucht, das Feuer hatte aber nicht vom Mülleimer auf den Wohnbereich übergegriffen. Die Feuerwehr lüftete die Wohnung mit einem Gebläse, der Mann wurde von der Rettung ins Krankenhaus nach Bregenz gebracht.

Der Hausbesitzer in Hohenems sagte aus, dass es Probleme mit dem Strom gegeben habe. Die Lichter in seinem Haus hätten sich selbst unregelmäßig ein- und ausgeschaltet. Kurz nach dem Erhitzen des Abendessens ging der Herd in Flammen auf. Das Elektrogerät konnte rasch gelöscht werden, es entstand kein weiterer Schaden.

Zimmerbrand auch in Podersdorf

 

In Podersdorf am See (Bezirk Neusiedl am See) hat die Feuerwehr am Christtag in der Früh einen Zimmerbrand gelöscht. Ein Heimrauchmelder habe Schlimmeres verhindert, teilte das Bezirkskommando mit. Die Bewohner eines Einfamilienhauses seien durch das Gerät auf die Gefahr aufmerksam geworden. Sie unternahmen auch erste Versuche zur Bekämpfung der Flammen.

Der Brand wurde in der Folge von der mit 20 Helfern ausgerückten FF Podersdorf rasch gelöscht. Verletzt wurde niemand. Der Einsatz dauerte etwa eine Stunde.

Quelle: Agenturen / pea