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Heftige Waldbrände in Spanien und Portugal

17. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Während Portugal weiter gegen einen massiven Waldbrand kämpft, sind über Frankreich in der Nacht auf Mittwoch nach wochenlanger Dürre heftige Gewitter niedergegangen. In Großbritannien wurde unterdessen wegen anhaltender Dürre ein Bewässerungsverbot für London und die Region um Oxford verhängt. Und in Spanien sind bei verheerenden Waldbränden in der Region Valencia zahlreiche Passagiere eines Regionalzuges im Gebiet Bejís verletzt worden.

Der Zug stoppte laut Medienberichten seine Fahrt am Dienstag wegen starker Rauchentwicklung rund 60 Kilometer nordwestlich von Valencia, um zum Startbahnhof zurückzukehren. Einige Passagiere seien bei dem kurzen Stopp, bei dem die Lokführerin vom einen zum anderen Ende des Zugs gerannt sei, in Panik aus den Waggons gesprungen. Acht Passagiere seien mit zum Teil schweren Verbrennungen und anderen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es.

Zwei Brände in der Region haben bereits insgesamt rund 15.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört. 2.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Brandbekämpfer hofften auf Regen, den es in der Nacht zu Donnerstag geben könnte. Weiter südlich in der Region von Vall d'Ebo wütete weiter einer der verheerendsten Waldbrände der vergangenen zehn Jahre der autonomen Gemeinschaft Valencia. Dort habe das am Samstag ausgebrochene Feuer bereits 11.000 Hektar Wald zerstört, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Mittwoch unter Berufung auf Feuerwehrsprecher.

Das Feuer wütete weniger als 50 Kilometer von Badeorten an der Costa Blanca entfernt. Die Rauchsäulen waren weithin zu sehen, die Aschewolken erreichten inzwischen nach Medienberichten auch die knapp 300 Kilometer entfernte Mittelmeerinsel Mallorca.

Das Feuer im Zentrum Portugals war am 6. August in der Nähe der Stadt Covilha nahe dem Naturschutzgebiet Serra da Estrela ausgebrochen. Am Wochenende war es unter Kontrolle gebracht worden, am Montag brach es jedoch erneut aus und breitete sich durch starken Wind angefacht weiter aus. Nach Behördenangaben wurden bisher 24 Menschen durch das Feuer verletzt, drei von ihnen schwer.

Inzwischen haben die Flammen nach Behördenangaben rund 25.000 Hektar Wald zerstört. Rund 1.200 Feuerwehrleute mit 340 Löschfahrzeugen und 14 Flugzeugen und Hubschraubern kämpften am Mittwoch weiter gegen die Flammen. "90 Prozent des Brandumfangs sind inzwischen unter Kontrolle", sagte der Leiter des Zivilschutzes, André Fernandes.

Der Waldbrand ist der bisher größte dieses Sommers in Portugal. Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung, nachdem das Feuer am Montag gleichzeitig an drei verschiedenen Orten wieder aufgeflammt war. Die Feuerwehr hofft, den Brand bis Freitag unter Kontrolle zu bringen, bevor die Temperaturen erneut steigen.

Das Wetter machte auch Großbritannien weiter zu schaffen: Ab kommender Woche gilt wegen der anhaltenden Dürre ein Bewässerungsverbot. Ab dem 24. August dürfen die Bürgerinnen und Bürger Londons und der Region um Oxford weder ihre Gärten gießen oder Schwimmbäder auffüllen, noch Autos waschen, wie der Wasserversorger Thames Water am Mittwoch mitteilte.

Betroffen sind rund 15 Millionen Menschen. Die britische Regierung hatte bereits vergangenen Freitag für weite Teile Englands den Dürre-Notstand ausgerufen - für London sowie Teile von Südwest-, Süd-, Mittel- und Ostengland.

Frankreich erlebte in der Nacht auf Mittwoch nach wochenlanger Dürre heftige Gewitter mit starkem Wind und Hagel. Der französische Wetterdienst Météo-France warnte wegen der starken Regenfälle vor möglichen Sturzfluten im Süden des Landes. Da weitere Gewitter vorhergesagt waren, wurde für 13 Départements in der Region um Lyon, am Mittelmeer und in der Normandie die Alarmstufe Orange ausgegeben.

Binnen weniger als einer Stunde seien in der Nacht zwei bis vier Zentimeter Regen gefallen, teilte Météo-France mit. In den Gemeinden Montarnaud und Puechabon nahe Montpellier seien es sogar sieben bis neun Zentimeter gewesen. Größere Schäden entstanden durch die Stürme nach Angaben der Rettungsdienste nicht. In mehreren Städten legten sie jedoch den öffentlichen Nahverkehr lahm.

Quelle: Agenturen