APA - Austria Presse Agentur

Halloween: Schlägereien, Corona und ein aggressiver "Super Mario"

01. Nov 2021 · Lesedauer 5 min

In Linz attackierte ein maskierter "Super Mario" einen 53-Jährigen. Aber auch in Salzburg sorgte die Halloween-Nacht für einige Polizeieinsätze. Ruhiger soll es in Vorarlberg, Niederösterreich und dem Burgenland zu gegangen sein.

Ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Ried ist am Sonntag um 20.40 Uhr im Linzer Ausgehviertel Altstadt von mehreren Jugendlichen angepöbelt, attackiert und zu Boden gestoßen worden. Dann soll ihm ein als "Super Mario" verkleideter Täter noch einen Fußstoß ins Gesicht versetzt haben, berichtete die Polizei OÖ. Der Mann, der stark aus der Nase blutete, wurde nach der Erstversorgung ins Kepler Universitätsklinikum Linz eingeliefert. Die Täter flüchteten.

Schlägereien in Salzburg

Zu mehreren Schlägereien ist es in der Nacht auf Montag auch in der Stadt Salzburg sowie in Wals (Bezirk Salzburg-Umgebung) gekommen. Wie die Polizei berichtete, wurde ein Mann in Salzburg von vier Unbekannten mit Faustschlägen und Fußtritten verletzt und in Wals mussten die Beamten gleich zu mehreren Einsätzen in und vor Lokalen ausrücken.

Gegen 23.00 Uhr am Halloween-Abend wurde ein 26-jähriger Kroate von vier Tätern in der Schwarzstraße in Salzburg attackiert. Die Unbekannten versetzten dem Mann aus unklarer Ursache Faustschläge und Fußtritte und flüchteten daraufhin. Der 26-Jährige wurde ins Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert.

Faustschläge in Wals

Kurz vor Mitternacht lieferten sich zwei Gruppen von etwa zehn Personen eine Schlägerei vor einem Lokal in Wals. In weiterer Folge verlagerte sich die Rauferei in eine angrenzende Tiefgarage, wo sie von der Polizei beendet wurde. Die involvierten Österreicher, Türken und Nordmazedonier zwischen 18 und 26 Jahren wurden verletzt in das Uniklinikum Salzburg sowie das Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert.

Gegen drei Uhr schlug ein alkoholisierter 37-jähriger Anifer in einem Lokal einer 20-Jährigen aus Bergheim aus unbekannten Grund mit der Faust ins Gesicht. Der Mann konnte flüchten, wurde aber kurz darauf von der Polizei angehalten und angezeigt.

Ebenfalls durch einen Faustschlag verletzt wurde ein 17-jähriger aus Kufstein gegen 4.00 Uhr ebenfalls in Wals. Ein Brüderpaar aus Mattighofen (26 und 30 Jahre) verletzte den jungen Mann, konnte dann zuerst flüchten, wurde jedoch ebenfalls von der Polizei nach kurzer Fahndung gestoppt und angezeigt. Die beiden Männer sind nicht geständig, einer der beiden hatte über ein Promille Alkohol im Blut.

Tirol: 18-jähriger Deutscher schwer verletzt

Bei einer Halloweenparty in Seefeld (Bez. Innsbruck-Land) ist Montagfrüh ein 18-jähriger Deutscher im Zuge einer Auseinandersetzung schwer verletzt worden. Er gehörte zu einer Gruppe junger deutscher Männer, die mit zwei 19-jährigen Österreichern in Streit geriet. Einer der 19-Jährigen trat dem am Boden liegenden Deutschen gegen den Kopf, informierte die Polizei. Ebenfalls verletzt - allerdings leicht - wurden ein 18-jähriger Österreicher und ein 19-jähriger Deutscher.

Der Schwerverletzte wurde mit der Rettung in das Klinikum nach Garmisch-Partenkirchen eingeliefert. Nach Abschluss der Erhebungen werden Anzeigen an die Staatsanwaltschaft und an die Verwaltungsbehörde ergehen.

Vorarlberg: Grundsätzlich "friedliche Nacht"

Die Vorarlberger Polizei absolvierte in der Halloween-Nacht zwar einige Einsätze, sprach aber grundsätzlich von einer "friedlichen Nacht". Das Geschehen habe dem langjährigen Durchschnitt entsprochen, hieß es. Zu verzeichnen gab es etwa mit Eiern beworfene Hauswände und Fahrzeuge, Auseinandersetzungen in zwei Nachtclubs sowie in Feldkirch eine laufende Motorsäge ohne Kette - die allerdings nur für ein Foto verwendet werden sollte, wie Jugendliche beteuerten.

Die Heranwachsenden mit der Motorsäge waren auch mit Laserpointern ausgerüstet. Sie hätten lediglich Bilder für Soziale Medien anfertigen wollen, sagten sie gegenüber der Polizei. In Lauterach (Bezirk Bregenz) setzten als Halloween-Geister verkleidete Jugendliche einen Mülleimer in Brand.

Niederösterreich: "Vorsichtig positive" Halloween-Bilanz

Nach der Halloween-Nacht auf Montag hat die niederösterreichische Polizei eine "vorsichtig positive" Zwischenbilanz gezogen. Die Lage im Bundesland sei "relativ ruhig" gewesen, sagte Chefinspektor Johann Baumschlager zur APA. Als Hotspot galt Wiener Neustadt, wo vor allem im Bereich von Innenstadtlokalen Körperverletzungen, Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz sowie Lärmerregung durch Böllerwürfe registriert wurden.

Mehrere Menschen mussten Baumschlager zufolge nach Auseinandersetzungen in der Statutarstadt ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Person habe eine Softgun bei sich gehabt und sei "beamtshandelt worden".

Pyrotechnik der Kategorien F2, F3 und F4 hatte eine Gruppe von Acht- bis Zwölfjährigen in Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) im Gepäck, wobei für die beiden letztgenannten Kategorien eine Altersbeschränkung ab 18 Jahren gilt. Gezündet wurden von den Kindern Schweizerkracher, "was im Ortsgebiet generell verboten ist", wie Baumschlager unterstrich. 132 pyrotechnische Gegenstände wurden sichergestellt.

Corona auch ist auch heuer Thema

"Süßes oder Saures" ging offenbar im St. Pöltner Stadtteil Spratzern schief: Hier wurde eine Hausfassade mit Eiern beworfen. Eine Rauferei wurde außerdem in Bruck a. d. Leitha registriert.

Nicht unberührt blieb die Halloween-Nacht auch in diesem Jahr von Covid-19. Eine Party in der Wiener Neustädter Arena Nova war von einer Person besucht worden, die Baumschlager zufolge letztlich positiv auf Corona getestet wurde. Vorgewiesen worden war in dem Fall zunächst allerdings ein negativer Test.

Ruhige Nacht im Burgenland

Durchwegs ruhig ist die Halloween-Nacht im Burgenland verlaufen. Verzeichnet worden seien vermehrt Einsätze wegen Lärmerregung, teilte die Landespolizeidirektion am Montag auf Anfrage mit. Schwere Sachbeschädigungen blieben laut der Zwischenbilanz allerdings aus.

Quelle: Agenturen / pea