APA - Austria Presse Agentur

Hälfte der Bahnkunden verlagerte Pkw-Fahrten auf Schiene

05. Jan 2022 · Lesedauer 2 min

Im Rahmen seines Bahntests hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) die Motivation zum Umstieg vom Auto auf die Bahn erhoben. Die Hälfte der österreichweit in den Zügen von sieben Bahnunternehmen befragten 8.880 Fahrgästen legen inzwischen Strecken mit dem Zug zurück, statt wie davor mit dem Pkw. Hauptmotive waren die kürzere Fahrzeit und ein verbessertes Angebot der Bahn. Für zwei Drittel war die Verbesserung der Öffi-Verbindungen zum Bahnhof relevant.

Als wichtigstes Motiv für den Umstieg nannten beim VCÖ-Bahntest aber neun von zehn Fahrgästen die nutzbare Reisezeit, für sechs von zehn waren geringere Kosten beim Bahnfahren mit ein Grund. Die Zahl der Umsteiger könnte jedoch noch steigen, denn acht von zehn Fahrgästen gaben an, dass sie weitere Autofahrten auf die Bahn verlagern könnten. Dies aber nur, wenn die Gesamtreisezeit inklusive der Anschlüsse verkürzt würde. Daher tritt der VCÖ für ein noch dichteres Öffi-Netz mit häufigeren Verbindungen und einem verbesserten Angebot für die erste und letzte Meile in den Regionen ein.

Auch häufigere Verbindungen außerhalb der klassischen Pendelzeiten seien wichtig, insbesondere für Personen mit flexiblen Arbeitszeiten und für Teilzeit-Beschäftigte. Die Hälfte der Fahrgäste würde häufiger die Bahn statt das Auto wählen, wenn das Parken am Zielort nicht gratis wäre. "Wien wird mit der ab März geltenden flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung einen wichtigen Beitrag leisten, damit mehr Pendlerinnen und Pendler vom Auto auf Öffis umsteigen", betonte VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Bei den Umsteigern war indes für jeden zweiten Befragten der Wechsel des Wohnorts bzw. des Arbeitsplatzes ausschlaggebend, das Mobilitätsverhalten zu verändern. "Mit Angeboten und Infopaketen für neue Bewohnerinnen und Bewohner können Gemeinden, Städte und Wohnbauträger sowie Unternehmen bei neuen Beschäftigten, die Zahl der Umsteigerinnen und Umsteiger auf die Öffis erhöhen und Verkehrsprobleme verringern", lautete Schwendingers Meinung zu diesem Aspekt.

Eine weitere Zunahme der Öffi-Benutzer ist jedenfalls notwendig: Der Mobilitätsmasterplan des Umweltministeriums zur Erreichung der Klimaschutzziele sieht vor, die mit dem Pkw gefahrenen Kilometer bis zum Jahr 2040 um ein Viertel zu reduzieren. Der Anteil der mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegten Kilometer muss dafür um die Hälfte steigen, schrieb der VCÖ.

(S E R V I C E - Ergebnisse des VCÖ-Bahntests unter http://www.vcoe.at)

Quelle: Agenturen