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Haarfrosch im Wiener Haus des Meeres nachgezüchtet

Heute, 10:15 · Lesedauer 2 min

Das Haus des Meeres hat am Mittwoch, am Tag der Frösche, die gelungene Nachzucht eines zentralafrikanischen Haarfrosches (Trichobatrachus robustus) verkündet. Laut dem Zoo sei dies die weltweit erste gewesen. Nach jahrelanger Vorbereitung sei die exakte Nachbildung des natürlichen Lebensraumes der Schlüssel zum Erfolg gewesen, um die Tiere zur Fortpflanzung zu bringen, hieß es in einer Aussendung.

Namensgebend sind bei dieser Art die haarähnlichen Hautauswüchse, die nur während der Fortpflanzungszeit an den Flanken und Hinterbeinen der Männchen ausgebildet werden. Berühmt sei bei den auch als "Wolverine-Fröschen" bekannten Tieren die außergewöhnliche Verteidigungsstrategie. Bei Bedrohung kann der Haarfrosch gezielt Knochen seiner Zehen brechen, durch die Haut drücken und so krallenartige Strukturen bilden, ließ das Haus des Meeres wissen.

Bisher sei kaum etwas über diese Art bekannt gewesen. Die erfolgreiche Nachzucht erforderte laut dem Aquazoo langjährige, detaillierte Beobachtung und die exakte Nachbildung des natürlichen Lebensraumes in schnell fließenden, klaren Waldbächen. Robert Riener, der stellvertretende Direktor und Kurator im Haus des Meeres, und sein Team tüftelten an Strömungsverhältnissen, Wasserchemie und saisonalen Klimareizen, bis die passende Kombination gefunden war.

"Amphibien sind, mit 41 Prozent bedrohter Arten, die weltweit am stärksten gefährdete Wirbeltiergruppe. Umso wichtiger ist es, ihre Lebensweise und besonders ihre Fortpflanzung besser zu verstehen", sagte Riener. "Durch die breite Vermittlung des Wissens an andere Institutionen sollen künftig weitere Arten erfolgreich geschützt und gezüchtet werden. Ziel ist der Aufbau stabiler Reservepopulationen in zoologischen Einrichtungen, um den langfristigen Erhalt dieser besonderen Tiergruppe zu unterstützen."

Zusammenfassung
  • Das Wiener Haus des Meeres hat am Tag der Frösche die weltweit erste erfolgreiche Nachzucht eines zentralafrikanischen Haarfrosches (Trichobatrachus robustus) verkündet.
  • Die Nachzucht gelang nach jahrelanger Vorbereitung durch die exakte Nachbildung des natürlichen Lebensraums, insbesondere schnell fließender, klarer Waldbäche und angepasster Wasserchemie.
  • Mit 41 Prozent bedrohter Arten sind Amphibien die weltweit am stärksten gefährdete Wirbeltiergruppe, weshalb das gewonnene Wissen künftig zum Schutz weiterer Arten beitragen soll.