Große Suchaktion nach Lawinenabgang auf der Schmittenhöhe
Die Pistenrettung entdeckte um 17.20 Uhr die Lawine und alarmierte die Einsatzkräfte. Das 60 Meter breite und 100 Meter lange Schneebrett war in der Nähe der Talstation der Bereiteckbahn abgegangen. 45 Bergretterinnen und -retter suchten mit Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS), dem Ortungssystem Recco und vier Hunden den Lawinenkegel ab und sondierten. Mitgeholfen haben auch rund 25 Feuerwehrleute. Kurz nach 21.00 Uhr stellte sich heraus, dass niemand unter den Schneemassen lag.
"Das Schneebrett wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Variantenfahrer ausgelöst", sagte Bernd Tritscher, Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau. "Der Variantenfahrer dürfte nachher wieder aufgestiegen sein, hat den Lawinenabgang aber nicht gemeldet." Das ist die Vermutung aufgrund der Spurenlage. Tritscher appellierte erneut an alle Wintersportler, jeden Lawinenabgang beim Bergrettungs-Notruf 140 oder der Bergbahn zu melden, auch wenn nichts passiert ist, damit kein unnötiger Sucheinsatz ausgelöst wird.
Aktuell ist die Lawinengefahr im Bundesland ab der Waldgrenze groß (Stufe 4) und darunter erheblich. Einzelne spontane Lawinen sind weiterhin möglich und an vielen Stellen können mittlere, mitunter auch große Schneebrettlawinen leicht von einzelnen Personen ausgelöst werden (auch aus der Entfernung), heißt es im Warnbericht des Landes für Dienstag.
Zusammenfassung
- Nach einem Lawinenabgang auf der Schmittenhöhe in Zell am See suchten 45 Bergretterinnen und -retter sowie 25 Feuerwehrleute mit vier Hunden und Spezialgeräten fast vier Stunden lang nach möglichen Verschütteten.
- Das 60 Meter breite und 100 Meter lange Schneebrett wurde vermutlich von einem Variantenfahrer ausgelöst, der den Vorfall aber nicht meldete, sodass erst nach intensiver Suche feststand, dass niemand verschüttet wurde.
- Die Lawinengefahr im Bundesland Salzburg ist aktuell ab der Waldgrenze groß (Stufe 4), und die Bergrettung appelliert dringend, jeden Lawinenabgang zu melden, um unnötige Sucheinsätze zu vermeiden.
