Karner: Angriffe bei westlichem Polit-Besuch in Kiew Absicht

25. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Immer wenn westliche Politiker Kiew besuchen, komme es zu Angriffen. Das sei kein Zufall, sagt Militärexperte Gerald Karner. Er wirft der EU auch vor zu spät zu reagieren. Die Schäden an der Infrastruktur wären zum Teil vermeidbar gewesen.

"Es ist schon interessant, dass gerade immer, wenn westliche Politikerinnen und Politiker sich in Kiew aufhalten, es ganz sicher zu Angriffen kommt", sagt Militärexperte Gerald Karner im Newsroom LIVE. Wladimir Putin nehme das absichtlich in Kauf. Auch Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) musste am Mittwoch bei ihrem Besuch in einem Bunker Schutz suchen.

"Nicht sehr viel" Reaktion, falls westliche Politiker sterben

Die ukrainische Seite täte alles Menschenmögliche, um diese Politiker zu schützen. Sollte es doch dazu kommen, dass jemand stirbt, erwartet der Militärexperte mit Ausnehme von Protesten "nicht sehr viel". "Die russische Seite wird sich darauf ausreden, dass das ein unnötiger westlicher Besuch in Kiew war." Man setze sich ja bewusst der Gefahr aus.

Westen reagiert zu spät

Das Problem sei, dass der Westen mit seiner Hilfe hinterherhinke. "Russland hat die Initiative und darauf reagiert der Westen. (…) Das ist zu spät", sagt Karner. Durch früheres Eingreifen hätten die Probleme mit der Energieversorgung vermutlich verhindert werden können.  Man könne weder eine Großstadt wie Kiew noch jedes einzelne Kraftwerk lückenlos schützen. Dazu habe die Ukraine zu wenig Fliegerabwehr.

Kein Strom, keine Wärme

Laut offiziellen ukrainischen Angaben gebe es kein Kraftwerk, das nicht von Angriffen betroffen gewesen sei. Über 80 Prozent der Drohnen und Marschflugkörper würden zwar abgeschossen, trotzdem seien mehr als 50 Prozent der Energieversorgungseinrichtungen in der Ukraine betroffen und zum Teil zerstört. Es gebe Tage an denen die Ukraine keinen Strom und damit keine Wärmeversorgung habe. Die Leitungen frieren ein, nun drohe auch noch eine Kältewelle. "Eine schwere Prüfung" stehe der Bevölkerung bevor.

Es sei damit zu rechnen, dass Russland die Angriffsintensität nicht aufrechterhalten könne. Die Infrastruktur sei aber weiter gefährdet.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam