APA - Austria Presse Agentur

Gastro-Öffnung in Vorarlberg: Für Gastronomen teils unwirtschaftlich

10. März 2021 · Lesedauer 3 min

Ab 15. März wird in Vorarlberg die Gastronomie wieder geöffnet. Über die Maßnahmen, die diese Öffnung ermöglicht, sind nicht alle zufrieden. Einige Gastronomen kritisieren das Sicherheitskonzept.

Die Vorarlberger Gastronomie freut sich über die fixierten Öffnungsschritte ab 15. März, spricht gleichzeitig aber auch von sehr schwierigen Rahmenbedingungen. "Dem überwiegenden Teil der Rückmeldungen zufolge geht sich eine Öffnung für viele wirtschaftlich nicht aus", sagte Mike Pansi, Fachgruppen-Obmann der Gastronomie, auf "APA"-Anfrage. Da eine Betriebsöffnung ein bis zwei Wochen Vorlaufzeit brauche, sei auch nicht mit einer großen Öffnungswelle am 15. März zu rechnen.

"Wir wissen einfach nichts"

Im Interview mit PULS 24 spricht der Vorarlberger Gastronom Günther Hellrigl über die bevorstehende Öffnung. Dieses wäre grundsätzlich positiv, jedoch seinen die Begleitmaßnahmen "erschreckend", so der Gastronom. "Es gibt sehr viele Regelungen und dann doch keine", kritisiert Hellrigl das Vorgehen der Regierung. Er wolle ab dem 15.März erst auf "Sparflamme" seinen Betrieb laufen lassen und abwarten.

Vorarlberger Gastronom zur Gastro-Öffnung

Günther Hellrigl, Gastwirt aus Bregenz, spricht im Interview mit PULS 24 über die Öffnung der Gastronomie in Vorarlberg.

Betriebe sollen negative Corona-Tests kontrollieren

Die Rahmenbedingungen lauten: Vorarlbergs Gastronomie-Betriebe dürfen ab kommendem Montag sowohl im Innen- als auch im Außenbereich öffnen. Gäste müssen sich registrieren lassen und einen negativen Antigentest (nicht älter als 24 Stunden) oder einen negativen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) vorweisen, die Kontrolle soll durch die Betriebe erfolgen. Pro Tisch sind maximal vier Personen erlaubt, sofern sie nicht im selben Haushalt wohnen. Der Mindestabstand zwischen den Tischen muss zwei Meter betragen. Weiters gilt: Aufgrund der aufrechten Ausgangsbeschränkung (20.00 Uhr) ist ein Abendbetrieb nicht möglich.

Öffnung als "Lichtblick"

Pansi sprach bezüglich der Öffnung von einem "Lichtblick". Die Branche übernehme eine große Verantwortung, die Betriebe hätten jedoch in den vergangenen Monaten sehr viel in umfassende Sicherheits- und Präventionskonzepte investiert. "Jetzt können wir endlich zeigen, dass damit ein 'Sicheres Gastgeben' möglich ist", unterstrich Pansi. Zu bedauern sei, dass verschiedene Anliegen der Branche nicht berücksichtigt worden seien. Die Gültigkeit von Selbsttests für den Zutritt zu einem Lokal wäre laut Pansi "organisatorisch und wirtschaftlich wichtig" gewesen. Dass die Zutrittskontrolle durch die Gastronomiebetriebe erfolgen soll, sei eine schwierige Situation, so Pansi. Auch habe man für einen Ein-Meter-Abstand zwischen den Tischen geworben, "das wäre für kleine Betriebe wichtig gewesen". Mit dem Zwei-Meter-Abstand würden viele kleinere Betriebe an räumliche oder betriebswirtschaftliche Grenzen stoßen. Offenbar seien diese Forderungen in Wien aber nicht durchsetzbar gewesen.

 

Pansi zur Gastro-Öffnung

Mike Pansi, Koch und Gastro-Obmann der WKO in Vorarlberg, spricht im Interview mit PULS 24  über die Öffnung der Gastronomie in Vorarlberg.

"Man legt nicht einfach einen Schalter um"

Nun beginne für jedes einzelne Unternehmen das Rechnen, ob eine Öffnung betriebswirtschaftlich überhaupt möglich und sinnvoll ist. Sein Telefon jedenfalls läute Sturm. Für Pansi war auch klar, "dass wir nachverhandeln müssen" - konkret nannte er dazu die Selbsttests, die Anzahl der Gäste an einem Tisch oder eben auch die Zwei-Meter-Abstandsregel. Ebenso hoffte er auf eine Adaptierung der Ausgangsbeschränkungen, um längere Betriebszeiten zu erreichen. "Wirtschaftlich ist eine Sperrstunde um acht nicht", sagte Pansi im Interview mit PULS 24. Nachschärfungen sollten bis spätestens Ostern vorgenommen werden, so Pansi.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea