OMV Solutions GmbH

Gas-Füllstand weiterhin nur leicht gestiegen

04. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Die Gas-Füllmenge steigt weiterhin nur leicht an. Die OMV meldet stabile Liefermengen aus Russland und laut Austrian Gas Grid Management AG (AGGM) ist die Versorgungslage in Österreich nicht gefährdet. Die Regierung will über die aktuelle Gas-Situation beraten.

Die Befüllung verlief zuletzt offenbar nicht nach Plan. Laut Daten der Gas Infrastructure Europe (GIE) liegt der Füllstand in Österreich momentan (Stand: 3. Juli) bei rund 45,6 Prozent - und ist damit im Vergleich zur Vorwoche nur ein leichtes Plus. Angesichts zuletzt gesunkener Gas-Speicherraten berät die Regierung morgen, Dienstag (05.07.2022), über die aktuelle Situation. Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) bezeichnete die Lage am Freitag als "ernst".

Schon am Montagnachmittag trifft Gewessler dem Vernehmen nach mit Unternehmensvertretern zusammen. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) soll - nicht medienöffentlich - über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen gesprochen werden, bevor mit der Regierung weiterberatschlagt wird.

Gasfluss nicht konstant 

In den vergangenen Tagen flossen teilweise weniger als 100 Gigawattstunden (GWh) pro Tag in die Speicher, nachdem die täglichen Mengen im Juni großteils bei deutlich über 300 GWh gelegen waren. Am vergangenen Samstag betrug die Rate allerdings wieder rund 355 GWh, der Füllstand lag damit im Vergleich zum Vortag um 0,4 Prozent höher. Im Wochenabstand entspricht das mit rund 1,1 Prozent aber nur einer relativ geringen Steigerung.

Bis zur Heizsaison peilt die Regierung eine Füllmenge von 80 Prozent der Speicherkapazität an. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch 32.900 GWh eingelagert werden. Man speichere derzeit so viel Gas wie möglich ein, sagte ein Sprecher der OMV am Montag auf APA-Anfrage. Derzeit liege der Speicherstand in den OMV-Speichern bei gut 71 Prozent.

Teure Gas-Zukäufe

Mit Blick auf die Liefermengen aus Russland schätzte man die Lage als stabil ein. Die Lieferungen seien zwar mit Mitte Juni zunächst um 30 Prozent, danach um bis 50 Prozent gesunken. Die Ausfälle könne man aber derzeit gut mit Zukäufen am Spot-Markt kompensieren, so der OMV-Sprecher. Dass es sich dabei allerdings um eine teure Alternative handelt, zeigen die Preisentwicklungen seit Beginn der Ukraine-Krise: Derzeit liegt der Preis für eine Megawattstunde (MWh) bei rund 152 Euro, vor einem Jahr waren es noch knapp 36 Euro gewesen.

Gas-Speicherrate für Winter ungewiss

Wie es aus dem täglichen Lagebericht der AGGM hervorgeht, ist die Versorgungslage der Endkund:innen in Österreich aktuell gesichert. Der Bedarf werde dabei weiter vollständig aus Importen gedeckt. Auch nach Einschätzung der OMV ist die Versorgung momentan gewährleistet, zumal in der Sommersaison nicht geheizt werde. Außerdem müsse man bedenken, dass Österreich über vergleichsweise große Speicher verfüge. Eine Prognose für die Lage im Winter wollte der OMV-Sprecher jedoch nicht abgeben.

Österreich hatte am 30. März die Frühwarnstufe des dreistufigen Gasnotfallplans ausgerufen. Deutschland rief vor zwei Wochen die Alarmstufe aus, nachdem Russlands Staatskonzern Gazprom Mitte Juni die Lieferungen nach Europa drosselte. Auch in Österreich steht die Ausrufung der Alarmstufe im Raum. Am Freitag hieß es aus dem Energieministerium, dass, sollte das Speicherziel gefährdet sein, "auch in Österreich die Alarmstufe ausgerufen" wird.

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / poz