APA - Austria Presse Agentur

Frauenmord in Baden vermutet - Fahndung nach Polizisten läuft

20. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Im Bezirk Baden wurde am Mittwoch eine Frau tot aufgefunden. Am Donnerstag bestätigte die Polizei ein Gewaltverbrechen. Die mutmaßliche Tötung wäre der 22. Frauenmord in diesem Jahr.

In Deutsch-Brodersdorf in der Marktgemeinde Seibersdorf (Bezirk Baden) ist am späten Mittwochnachmittag eine Frau tot aufgefunden worden. Es werde ein Gewaltverbrechen vermutet, sagte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner auf APA-Anfrage. Das Landeskriminalamt Niederösterreich hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Der Tatverdächtige ist Polizeibeamter. Nach ihm wurde in den Abendstunden gefahndet.

Bericht: Tatverdächtiger Wiener Polizist

Beim Opfer soll es sich um die Lebensgefährtin des Mannes handeln. Die 42-Jährige dürfte erdrosselt oder erwürgt worden sein. Nähere Aufschlüsse darüber werde eine gerichtsmedizinische Untersuchung bringen, sagte Schwaigerlehner.

Medienberichten zufolge soll es sich beim Verdächtigen um einen Beamten des Landeskriminalamtes Wien handeln. Seitens der Polizei wurde das vorerst nicht bestätigt. Der leere Wagen des Mannes soll ebenfalls gefunden worden sein.

Vermutlich 22. Frauenmord 2021

Die mutmaßliche Tötung wäre der 22. Frauenmord in diesem Jahr. Erst im September waren zwei Somalierinnen von einem Landsmann in Wien getötet worden. Österreich liegt bei Gewaltverbrechen an Frauen im europäischen Spitzenfeld. In der EU waren 2019 mehr als ein Drittel der Mordopfer Frauen. In Österreich lag der Anteil bei mehr als 50 Prozent und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt, wie aus Daten der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht.

Nur Zypern (67 Prozent), Lettland (63) und Malta (60) verzeichneten demnach einen noch höheren Wert, in Schweden und Estland lag er indes bei 23 Prozent. Die österreichische Bundesregierung hatte im Mai nach einer Serie an Frauenmorden ein Maßnahmenpaket gegen die Gewalt in der Privatsphäre geschnürt. So soll künftig der Datenaustausch zwischen den einzelnen Einrichtungen verbessert, die Fallkonferenzen verstärkt und die Tatmotive besser durchleuchtet werden. Zudem soll jede Polizeiinspektion in ganz Österreich über speziell ausgebildete Präventionsbeamte verfügen.

Quelle: Agenturen / pea