Frauen laut UNO stärker von fehlendem Wasserzugang betroffen
Das Wasserholen trifft Frauen und Mädchen dabei doppelt. Zum einen setzt es sie physischer Belastung und dem Risiko, beim Wasserholen sexuell belästigt zu werden, aus. Zum anderen nimmt es Zeit, die sonst zum Lernen, Lohnarbeiten oder für Freizeit genutzt werden könnte. Dem Bericht zufolge verbringen Frauen und Mädchen weltweit zusammengerechnet 250 Millionen Stunden am Tag damit, Wasser zu holen.
Auch unzureichende Sanitäranlagen treffen Mädchen und Frauen stärker. Fehlen Wasser und Toiletten, bleiben Mädchen während ihrer Periode oft zu Hause anstatt zur Schule zu gehen, heißt es in dem Bericht. Demnach verpassten zwischen 2016 und 2022 mehr als zehn Millionen Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren in 41 Ländern Schule, Arbeit oder soziale Aktivitäten während ihrer Periode. Ein sicherer Wasserzugang in oder bei schulischen Sanitäranlagen sei daher wichtig, um Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen.
Die UNO mahnt an, dass Frauen zwar häufiger Verantwortung für Trinkwasser tragen, aber deutlich seltener als Männer an Entscheidungen um Wasser beteiligt sind. Auch weil der Zugang zu Wasser oft an Landrechte geknüpft sei und Männer häufig über mehr Land verfügten, seien Frauen beim Wasserzugang teils allein schon strukturell im Nachteil.
Zusammenfassung
- Weltweit haben laut UNO 2,1 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser, wobei in ländlichen Haushalten Frauen in 70 Prozent der Fälle für das Wasserholen zuständig sind.
- Frauen und Mädchen verbringen täglich insgesamt 250 Millionen Stunden mit dem Wasserholen, was sie nicht nur körperlich belastet, sondern auch dem Risiko sexueller Belästigung aussetzt und ihnen Zeit für Bildung und Arbeit nimmt.
- Fehlende Sanitäranlagen führen dazu, dass zwischen 2016 und 2022 mehr als zehn Millionen Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren in 41 Ländern während ihrer Periode Schule, Arbeit oder soziale Aktivitäten verpassten.
