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Forderung nach noch weniger Zucker in Milchprodukten

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Die vorsorgemedizinische Initiative SIPCAN erhebt seit dem Jahr 2012 den Zucker- und Süßstoffgehalt von rund 1.000 Milchprodukten am österreichischen Markt. Die gute Nachricht: In dieser Zeit ist der durchschnittliche Zuckeranteil von Fruchtjoghurts, Puddings, Molke- und Milchgetränken um gut 20 Prozent von 14,1 auf 11,3 Gramm pro 100 Gramm (bzw. Milliliter) gesunken. Viele der Produkte in den Regalen sind aber nach wie vor zu süß - was das Risiko von Erkrankungen erhöht.

SIPCAN empfiehlt beim Einkaufen einen Blick auf die Nährwerttabelle am Etikett. So sollte ein Milchprodukt maximal 11,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm (bzw. Milliliter), maximal 4,2 Prozent Fett und keine Süßstoffe enthalten. Um die Hersteller zu einer weiteren Reduktion zu bewegen, soll der zur Orientierung festgelegte Zuckerwert ab dem Frühjahr 2025 auf 11,0 Gramm und ab 2027 auf 10,5 Gramm gesenkt werden.

"Unsere Ziele sind nach wie vor, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten schrittweise an weniger Süße gewöhnen und die gesündere Wahl zur leichteren Wahl wird", betonte SIPCAN-Studienleiter Manuel Schätzer in einer Aussendung. "Wichtig zu wissen ist, dass bei den Produkten keine Süßstoffe eingesetzt werden und somit keine Kompensation der Zuckerreduktion durch eine künstliche Süße erfolgt."

Die jüngste Erhebung zeige, dass besonders bei Milchprodukten wie handelsüblichen Fruchtjoghurts, Puddings, Trinkmolke und Milchgetränken Vorsicht geboten sei. Milchprodukte gelten zwar grundsätzlich als gesundheitsfördernd. "Als wichtiger Bestandteil der allgemeinen Ernährungsempfehlungen werden sie mit drei empfohlenen Portionen zu je 200 Gramm pro Tag sehr häufig und damit auch in relativ großen Mengen konsumiert", sagte Schätzer. Wer dies jedoch mit den oben genannten Produkten tue, konsumiere allein damit derzeit durchschnittlich 68 Gramm Zucker. "Selbst wenn man den natürlichen Laktosegehalt der Milchprodukte abzieht, bleiben es noch immer 40 Gramm Zucker." Dies entspreche 80 Prozent der empfohlenen Höchstmenge laut der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Außerdem zählen Milchprodukte, die viele Zusätze enthalten, zu den sogenannten "hochverarbeiteten Lebensmitteln" (HVL). Diese zeichneten sich meist durch einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Salz und/oder Zucker aus. Im Gegensatz dazu sei die Menge an gesundheitsfördernden Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen durch die intensive Verarbeitung häufig niedrig. "Bevorzugen Sie darum Milchprodukte mit nur wenigen Zutaten", so Schätzer. "Und achten Sie speziell bei HVL darauf, kleine Portionsgrößen zu konsumieren."

Wie der Ernährungsexperte erklärte, zeigen immer mehr Studien, dass ein hoher Konsum von HVL Übergewicht und chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebserkrankungen begünstigen kann. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2022 zufolge wird in Österreich fast ein Drittel der täglichen Energiezufuhr aus hochverarbeiteten Lebensmitteln erzielt.

(S E R V I C E - Mit Hilfe des online-Zucker-Checks von SIPCAN können Produkte ganz einfach überprüft werden: www.sipcan.at/online-check. Dabei werden auch pflanzliche Milchalternativen erfasst.)

ribbon Zusammenfassung
  • SIPCAN erhebt seit 2012 den Zucker- und Süßstoffgehalt von rund 1.000 Milchprodukten, wobei der Zuckeranteil um 20% von 14,1 auf 11,3 Gramm pro 100 Gramm gesenkt wurde.
  • SIPCAN empfiehlt maximal 11,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm und keine Süßstoffe. Ab 2025 soll der Zuckerwert auf 11,0 Gramm und ab 2027 auf 10,5 Gramm gesenkt werden.
  • Milchprodukte werden oft in großen Mengen konsumiert, was zu einem hohen Zuckerkonsum führt. Allein durch Milchprodukte werden derzeit durchschnittlich 68 Gramm Zucker pro Tag konsumiert, was 80% der von der WHO empfohlenen Höchstmenge entspricht.