Flugshow Airpower22 soll im September stattfinden

28. Apr. 2022 · Lesedauer 4 min

Die Flugshow Airpower22 im steirischen Zeltweg - veranstaltet von Bundesheer, Land Steiermark und Red Bull - soll trotz Bedenken in Teilen der Region stattfinden. Dies sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Donnerstag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Graz. Geplant ist sie als CO2-reduzierte Veranstaltung, wobei sich die Bestrebungen nicht auf den Ausstoß der Fluggeräte, sondern auf Organisation, Ablauf und Verkehr am Boden beziehen sollen.

Tanner sagte bei der Pressekonferenz nach der Verabschiedung des in den Ruhestand tretenden Streitkräfte-Chefs Franz Reißner, die Airpower solle ein Role Model werden. Bei allen Ausschreibungen etwa für Gastronomie und Verkehr stünden Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt, man müsse die Anreise der Besucher bestmöglich mit Öffis und Shuttles gestalten, im Rahmen eines Fünf-Punkte-Plans.

Ziel war ursprünglich eine CO2-Reduktion gegenüber 2019 um 15 Prozent bzw. 700 Tonnen CO2, möglich und angestrebt sei nun sogar bis 30 Prozent, und bei weiteren Veranstaltungen um je bis zu zehn Prozent. Tanner rechnet für die beiden Airpower-Tag am 2. und 3. September mit - wie bisher - rund 300.000 Besuchern. Nach derzeitigen Stand sehe sie - in diese Richtung gingen politische Bedenken von Parteien wie etwa Grünen, KPÖ oder NEOS - auch keine weitere Eskalation in Osteuropa, die sich auf die Veranstaltung auswirken könnten. Projektleiter Oberst Wolfgang Prieler bestätigte, dass es zahlreiche Zusagen von internationalen Teilnehmern gebe.

Der größte Einsparung ist laut den Planern beim Verkehr, sprich der An- und Abreise der Besucher zu erzielen. Man habe laut dem Chef des Stabes des Militärkommando Steiermark, Oberst Ernst Trinkl, eine Kooperation mit einem Zusammenschluss von Busunternehmen, mit den ÖBB und mit Ö-Ticket. Über letztere könne man diesmal die Parkplätze für Pkw bei der Anreise buchen, und dabei Shuttle-Servives zur Fahrt zum Fliegerhorst Hinterstoisser nutzen. Die Zahl der Stellplätze wurde von zuletzt 36.000 auf 18.000 reduziert, dafür wird die Zahl der Busse und Sonderzüge und überhaupt aller Zubringer erhöht.

Den meisten Ausstoß verursacht die Besucher-Mobilität, mit rund 1.700 CO2. Das könnte man auf bis zu 500 Tonnen reduzieren. Die bisher rund 300 Tonnen CO2 durch Mobilität von Heeresangehörigen bei Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung könne um den Faktor drei bis vier auf bis zu 80 Tonnen verringert werden. Bei Getränken und Speisen - zuletzt rund 900 Tonnen CO2-Äquivalente - wäre eine Reduktion über nachhaltige Beschaffung und weniger Fleisch möglich. Dies sei aber noch nicht errechenbar, sagte Major Sebastian Schwab.

Laut Major Schwab von der Stabsstelle für Nachhaltigkeit beträgt der CO2-Ausstoß durch Flugbewegungen bei Anflug, Show und Abflug rund 1.400 Tonnen. Dies seien aber keine zusätzlichen Flüge, denn dies bewege sich im Rahmen der Flugstundenkontingente der verschiedenen Streitkräfte, sprich es würde ohnehin geflogen.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sagte zur APA, er habe mehrmals mit der Ministerin über die Durchführung der Airpower gesprochen. Sie habe ihm gesagt, es sei auch eine Übung des Bundesheeres mit anderen Streitkräften. Das Heer sei ja der Hauptveranstalter, und es seien Verträge einzuhalten und der Tourismus und die Wirtschaft in der Region setze auch auf die Großveranstaltung. Er kenne die Argumente gegen die Airshow, aber schließe sich eher der Argumentation an, dass das Heer in einer solchen Lage wie derzeit auch zeige müsse können, was es zu leisten imstande sei. "Es ist nicht so, dass ich nicht selbst innere Einwände gehabt habe, aber die Entscheidung ist richtig", so der LH - gerade jetzt, da sich alle einig seien, dass das Heeresbudget von 0,67 auf rund ein oder mehr Prozent des BIP gesteigert wird."

Für die steirischen Freiheitlichen ist Tanners Entscheidung die "absolut richtige". Gerade in Krisenzeiten sollte man das Bundesheer nicht verstecken, sagte der ehemalige Verteidigungsminister und FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek. Der Murtaler Nationalratsabgeordnete Wolfgang Zanger sagte laut einer Aussendung: "Es ist vor allem auch aus wirtschaftlicher Sicht gut, dass die Airpower dieses Jahr stattfindet."

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl sprach von einem wirklich falschen Signal. Wir haben aktuell nicht nur einen fürchterlichen Krieg in Europa, sondern stehen auch vor einer Klimakatastrophe. Beides lässt die Veranstaltung einer Flugshow mit Kriegsflugzeugen absolut unpassend und in keinster Weise zeitgemäß erscheinen." Ihr Fraktionskollege Lambert Schönleitner schlug vor, aus der Airpower schon heuer im Herbst und generell auch langfristig eine Leistungsschau internationaler Kompetenzträger im Katastrophenschutz zu machen.

Für den aus der Obersteiermark stammenden NEOS-Landtagsabgeordneten und Tourismussprecher Robert Reif ist die Durchführung der Airpower "unverantwortlich und eine Verhöhnung gegenüber den Hilfesuchenden und Helfenden in der Region", bezog er sich auf ukrainische Flüchtlinge.

Quelle: Agenturen