Finanzexperte Jilch: Drei Tipps, wie man sich vor Cybercrime schützt

12. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Laut Cybercrime-Report blieb Internetbetrug 2020 das Topdelikt. Es gibt jedoch einfache Wege, um sich zu schützen. Das Problem laut Finanzexperte Nikolaus Jilch ist, dass sich die meisten Menschen nicht daran halten.

Es sei nicht verwunderlich, dass die Zahlen bei Cyberverbrechen steigen, denn unsere Leben verlagere sich ins Internet, das sei auch durch die Pandemie verstärkt worden. Die Einbrüche seien deshalb zurückgegangen, weil Wohnungs- und Hausbesitzer vermehrt zuhause seien. Deshalb würden sich Verbrecher "umschulen", erklärt Nikolaus Jilch, Finanzexperte der Agenda Austria im PULS-24-Interview.

Es sei ein zum Beispiel ein "unterschätztes Problem, wie man seine Kredit- und Bankomatkarten schützt", dort seien die Betrugsfälle stark angestiegen. 

Drei Tipps zum Schutz vor Cybercrime

  • Um nicht selbst Opfer von Cyberkriminalität zu werden, solle man zumindest Two-Fact-Identification einrichten, beim Einloggen am Bankkonto also auch bei einer zusätzlichen App seine Identität bestätigen.
  • Man sollte auch keinesfalls das gleiche Passwort zweimal benützen, auch wenn das fast niemand tue. 
  • Schnöde Vorsicht sei ebenfalls wichtig. Vor allem bei älteren Menschen passiere viel über persönlichen Kontakt, zum Beispiel Anrufe, bei denen sich jemand als Polizist ausgibt. 

Größter Kryptowährungs-Diebstahl "Warnung"

Erst diese Woche kam es zum bisher weltweit größten Diebstahl von Kryptowährungen. 512 Millionen Euro wurden erbeutet. Am Mittwoch überwies der Hacker fast die Hälfte des gestohlenen Betrags wieder zurück. Die von dem Einbruch betroffene Plattform Poly Network berichtete am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter, man habe mittlerweile Einlagen im Wert von 260 Mio. Dollar zurückerhalten.

Obwohl noch mehr als die Hälfte der Beute verschwunden ist, mehren sich damit die Anzeichen, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Verbrechen handelt. Vielmehr sprechen die Indizien derzeit dafür, dass der Hacker mit einer drastischen Aktion auf die Schwachstelle in dem technischen Protokoll von Poly Network hinweisen wollte. Der Hacker behauptet, kein großes Interesse an dem Geld zu haben. "Ich habe genug Geld." Er habe stets geplant, die Beträge zurückzugeben. 

Bitcoin, den Rest "kann man vergessen"

Das sei "eine große Warnung" vor der ganz großen Masse der Kryptowährungen. Jilch erklärt, dass der Hacker nur auf eine Sicherheitslücke hinweisen wollte. Kryptowährungen als Sektor sei weder sicher noch unsicher. Er sei sehr groß. Das System fange bei Bitcoin an und mache dann einen "extrem tiefen Fall". Dann kämen die ganzen Nachahmer. Der Finanzexperte empfiehlt Einsteigern, überlegt und mit Bitcoin zu beginnen. Den Rest "kann man vergessen". 

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam