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Grüne setzen in Tirol auf "Kurz und knackig"-Wahlkampf

02. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der derzeitige kleine Koalitionspartner der ÖVP, die Tiroler Grünen, setzen im Vorfeld der Landtagswahl am 25. September auf einen kurzen Wahlkampf. Während schon die ersten Wahlplakate vom politischen Mitbewerber hängen, will die Öko-Partei damit bis Anfang September warten, sagte Landesgeschäftsführerin Natascha Chmelar im APA-Gespräch. Insgesamt sind 505.000 Euro budgetiert - "und kein Cent mehr".

In nur einer Plakatwelle wollen sich die Grünen sowohl auf das Spitzenduo Gebi Mair und Petra Wohlfahrtstätter fokussieren als auch auf Thematisches. Es sei vorgesehen, mehr kleinere Flächen und nur 15 Großflächen zu bespielen, kündigte Chmelar an. Neben den Plakaten wird es Infobroschüren, Postwürfe, Werbeeinschaltungen und eine Online-Kampagne geben. Bei den Give-Aways und den Wahlkampfmaterialien wollen die Grünen ihren Idealen treu und "möglichst regional, möglichst bio" bleiben.

Zudem sei derzeit eine "Veranstaltungstour" in Ausarbeitung, bei der Spitzenkandidat Mair und das grüne Team durch die Bezirke touren. Für den Wahlkampfauftakt sei keine Großveranstaltung geplant, diese soll "im kleineren Rahmen" voraussichtlich in Innsbruck stattfinden.

Ob zum Auftakt auch Vertreter der Bundespartei anreisen werden, sei noch unklar, sagte Parteisprecher Sebastian Miller. "Aber sie werden im Wahlkampf jedenfalls da sein", kündigte er an. Gesundheitsminister Johannes Rauch sei etwa bei der vergangenen Landesversammlung zur Listenerstellung dabei gewesen, erinnerte Chmelar. Für die Landespartei sei es definitiv "ein Auftrieb", dass die Grünen derzeit sowohl in der Landeshauptstadt den Bürgermeister stellen als auch in der Bundesregierung vertreten sind, meinte die Wahlkampfmanagerin.

Inhaltlich werden sich die Grünen im Wahlkampf "den brennenden Themen der Zeit" widmen: "Klimaschutz, Energiewende, Teuerungswelle, saubere Politik und leistbares Wohnen", nannte Chmelar die Leitlinien. Das Wahlprogramm sei noch in Ausarbeitung, immerhin sei die Erstellung "ein breiter Prozess in der Partei", erklärte sie. Zum Wahlkampfstart im September liege es jedenfalls druckfrisch auf.

Insgesamt strebe man einen "möglichst sparsamen, kurzen und nachhaltigen Wahlkampf" an. Auch Transparenz spiele eine wichtige Rolle: Vor der Landtagswahl wolle man "offenlegen, wofür wir das Geld ausgegeben haben", kündigte Chmelar an. In finanzieller Hinsicht unterscheidet sich der heurige Landtagswahlkampf von jenem im Jahr 2018 deutlich: Nach dem Ausscheiden der Grünen aus dem Nationalrat mussten die Landesparteien der Bundespartei finanziell unter die Arme greifen. Daher standen damals nur rund 320.000 Euro zur Verfügung und die Partei wurde zum "Straßenwahlkampf" gezwungen.

Quelle: Agenturen