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Fernandes ruft zu Demo gegen sexualisierte Gewalt auf

Heute, 15:30 · Lesedauer 2 min

Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes hat für eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt geworben, die für diesen Sonntag in der deutschen Hauptstadt Berlin geplant ist. "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft", schrieb die 44-Jährige in einem Instagram-Post.

Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Dabei geht es unter anderem um das Erstellen und Verbreiten von gefälschten, mithilfe künstlicher Intelligenz generierten pornografischen Aufnahmen von ihr. Fernandes erstattete Anzeige, Ulmen bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt sprach von der Verbreitung "unwahrer Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung" und einer "unzulässigen Verdachtsberichterstattung" und kündigte rechtliche Schritte gegen den "Spiegel" an.

Zu der Demonstration am Sonntagnachmittag hat ein neu gegründetes Bündnis namens "Feminist Fight Club!" aufgerufen. Es gehe um Solidarität mit allen Betroffenen, "um auf strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland aufmerksam zu machen". Bei der Polizei waren mit Stand Samstagnachmittag 500 Teilnehmer angemeldet.

Die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, zügig ein Gesetz zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen. CDU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa "bei bildbasierter sexualisierter Gewalt. Dabei erfassen wir auch Deep Fakes", heißt es darin.

Zusammenfassung
  • Die Moderatorin Collien Fernandes ruft für Sonntag in Berlin zu einer Demonstration gegen sexualisierte Gewalt auf, nachdem sie ihrem Ex-Partner Christian Ulmen unter anderem die Verbreitung KI-generierter Deepfake-Pornografie vorwirft.
  • Das Bündnis "Feminist Fight Club!" organisiert die Demo, für die laut Polizei 500 Teilnehmer angemeldet sind und die auf strukturelle Missstände sowie Gesetzeslücken bei digitaler und analoger sexualisierter Gewalt aufmerksam machen soll.
  • Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigt ein Gesetz zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt an, während CDU und SPD im Koalitionsvertrag eine Reform des Cyberstrafrechts mit Maßnahmen gegen Deep Fakes vereinbart haben.