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Euregio-Projekt gleicht Abläufe von Lawinenkommissionen an

28. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Das länderübergreifende Projekt "Cairos" soll künftig die Tätigkeiten der Lawinenkommissionen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino vereinheitlichen. Bei dem von EU, Euregio, Italien und Tirol mit 900.000 Euro finanzierten Projekt werden etwa Ausbildungen standardisiert, "Entscheidungshilfen" für Gemeinden durch Lawinenszenariokarten etabliert sowie eine neue Software zur Verfügung gestellt, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Axamer Lizum.

Das nunmehr größtenteils abgeschlossene Projekt - das insgesamt 346 Lawinenkommissionen und rund 2.000 vorwiegend ehrenamtliche Mitglieder mit einbezieht - solle vor allem für Gemeinden in den Regionen hilfreich sein, um in Hinblick auf die Lawinengefahr "richtige Entscheidungen zu treffen", erklärte Tirols Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP). Mit den neuen Tools ließen sich nunmehr gebündelt "Material und Informationen sammeln" und schließlich den Gemeinden zur Verfügung stellen, führte die Landesrätin aus.

Alice Gasperi von der Abteilung Zivilschutz, Forstwesen und Fauna im Trentino wiederum betonte, dass es mit "Cairos" auch möglich werde, eine "Kompetenzenmatrix" für die in den Lawinenkommissionen tätigen Personen zu erstellen. Dies bedeute, dass die "verschiedenen Ansätze und Standards der Regionen" zu einem festgeschriebenen Standard werden. Dadurch gelinge auch eine "Harmonisierung der jeweiligen Arbeitsabläufe", strich Gasperi heraus.

Daneben werden auch im digitalen Bereich durch das Euregio-Projekt Fortschritte angestrebt. Mit den Lawinenszenariokarten soll etwa die Frage geklärt werden, "welche Szenarien wo möglich sind und was grundsätzlich vorstellbar ist", sagte Jakob Schwarz vom Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung in Südtirol. Die noch nicht fertiggestellte Software für die Kommissionsmitglieder werde außerdem mit einer "mehrsprachigen App" und einer neuen Website verknüpft.

"Cairos" zur Bündelung und Weiterentwicklung des Know-Hows

Mit dem seit zwei Jahren laufenden Euregio-Projekt, das noch bis Ende des Jahres verlängert wurde, aber zum Teil schon ab sofort in den Regelbetrieb übernommen wird, werde es gelingen, "das Know-How der Regionen zu bündeln und weiterzuentwickeln", meinte Michaela Munari, Amtsdirektorin im Südtiroler Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung. Stefano Fait von der Autonomen Provinz Trentino betonte wiederum, dass der nun angestoßene "Austausch" zwischen den Regionen einen "großen Mehrwert" biete, vor allem im Bereich der Lawinenszenarien und Lawinenkarten.

Zusammenfassung
  • Das länderübergreifende Projekt 'Cairos' soll die Arbeit von 346 Lawinenkommissionen mit rund 2.000 ehrenamtlichen Mitgliedern in Tirol, Südtirol und Trentino vereinheitlichen.
  • Mit 900.000 Euro von EU, Euregio, Italien und Tirol werden unter anderem standardisierte Ausbildungen, Lawinenszenariokarten sowie eine neue Software samt mehrsprachiger App und Website eingeführt.
  • Das seit zwei Jahren laufende Projekt wurde bis Ende des Jahres verlängert und hilft Gemeinden, fundierte Entscheidungen zur Lawinengefahr zu treffen.