EU-Staaten wollen Mindestalter für Social Media vorantreiben
Die Mitgliedsländer fordern die EU-Kommission auf, das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) und die dazugehörigen Leitlinien für den Schutz Minderjähriger durchzusetzen. In Brüssel gelten besonders Letztere als wahrscheinlichster Weg, eine effektive Altersgrenze für Plattformen einzuführen.
Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und diese durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission.
Entgegen mancher Vorschläge, die derzeit zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland diskutiert werden, dürften die Mitgliedsländer den großen Plattformen allein also gar keine zusätzlichen Pflichten, etwa zur Alterskontrolle, auferlegen. Das müsste auf EU-Ebene entschieden werden. Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz bleiben.
Verbot von sexualisierten KI-Bildern ohne Einwilligung
Zudem bekräftigen die EU-Staaten, dass zum Jugendschutz KI-Systemen explizit verboten sein soll, intime Bilder ohne Zustimmung der Betroffenen oder Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs zu erstellen. Elon Musks Online-Plattform X war Ende 2025 in die Kritik geraten, weil zunächst alle Nutzerinnen und Nutzer den KI-Chatbot Grok dort auffordern konnten, gepostete Bilder zu sexualisieren. Immer wieder befahlen Menschen der KI etwa, Fotos zu manipulieren und Frauen in Bikinis zu kleiden.
"Ich begrüße, dass der EU-Gipfel das digitale Mindestalter für soziale Medien klar auf die Agenda gesetzt hat und den DSA als geeignetes Instrument sieht und stärken will", reagierte Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP). "Aber Kinder und Jugendliche brauchen jetzt Schutz - nicht irgendwann. Österreich wird daher eine nationale Lösung vorantreiben und parallel auf europäischer Ebene weiter Druck machen. Wir können und wollen nicht länger warten."
Zusammenfassung
- Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen ein digitales Mindestalter für soziale Medien wie TikTok und Instagram einführen und sehen den Digital Services Act (DSA) als zentrales Instrument dafür.
- Die Umsetzung und Durchsetzung von Altersgrenzen liegt ausschließlich bei der EU-Kommission, während die Festlegung des konkreten Mindestalters national geregelt werden könnte.
- Zusätzlich soll es KI-Systemen künftig verboten sein, intime oder sexualisierte Bilder ohne Einwilligung der Betroffenen zu erstellen, nachdem Plattformen wie X (ehemals Twitter) 2025 in die Kritik geraten waren.
