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Erster Weißstorch des Jahres ist in Marchegg gelandet

Heute, 09:19 · Lesedauer 2 min

Im WWF-Reservat in Marchegg (Bezirk Gänserndorf) ist am Sonntag um 16.00 Uhr der erste Weißstorch des Jahres gelandet. Damit setze sich der Trend zu einer immer früheren Ankunft der Tiere aus ihren südlichen Winterquartieren fort, wurde am Montag in einer Aussendung mitgeteilt. Die Landung erfolgte heuer drei Wochen vor dem Zeitpunkt, der noch vor 20 Jahren üblich war. Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet.

Im Vorjahr erreichte der Storchenbestand mit 49 Brutpaaren und insgesamt 125 Jungvögeln stabile Zahlen. Als Grund für die frühere Ankunft vermutet der WWF die Erderwärmung: Die Störche profitieren von verhältnismäßig milden Bedingungen im letzten Teil ihrer langen Reise. In den nächsten Wochen werden weitere Tiere aus ihren Winterquartieren eintreffen und ihre angestammten Nester wieder beziehen. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Kunsthorste errichtet, die von den Störchen gut angenommen werden. Insgesamt stehen derzeit bis zu 60 Standorte in den Auen des WWF-Schutzgebietes und im Stadtgebiet von Marchegg zur Verfügung.

Trotz des sehr trockenen Winters finden die Störche auch heuer laut Aussendung in und um Marchegg geeignete Lebensbedingungen vor. Als wichtiger Faktor wurde die extensive Beweidung der Auen mit halbwilden Konik-Pferden genannt, die die Vegetation vielfältig halten und damit ein reiches Nahrungsangebot an Insekten schaffen. "Das erleichtert den Störchen die Nahrungssuche und wirkt sich positiv auf den Bruterfolg aus", sagte WWF-Experte Jurrien Westerhof.

Auch im Burgenland sind die ersten Störche bereits gelandet, wobei diese wohl nicht aus den weit entfernten Wintergebieten stammen dürften. Im Bezirk Oberwart wurden Ende Februar bereits Vögel im Schnee gesichtet und auch Rust meldete die ersten Rückkehrer. Fünf Störche überwinterten in der Storchenstation, da sie etwa aufgrund von Verletzungen flugunfähig sind, erklärte Igor Smrtnik vom Storchenverein Rust. Noch im eisigen Jänner gesellten sich vier dazu, denn in der Storchenstation erwartete sie Futter. Drei weitere Tiere landeten kürzlich, wobei Smrtnik davon ausgeht, dass diese den Winter in nicht allzu großer Ferne verbracht haben. Am Montag fand in Rust noch die Nestreinigung statt. Alle Nester in der Stadt am Neusiedler See wurden desinfiziert und ausgeputzt, damit sie für weitere tierische Sommergäste bereit sind.

Zusammenfassung
  • Im WWF-Reservat Marchegg landete am Sonntag um 16 Uhr der erste Weißstorch des Jahres, drei Wochen früher als noch vor 20 Jahren üblich.
  • Im Vorjahr wurden in Marchegg 49 Brutpaare und 125 Jungvögel gezählt, während aktuell bis zu 60 Standorte für Störche zur Verfügung stehen.
  • Als Grund für die frühere Ankunft nennt der WWF die Erderwärmung und die milden Bedingungen, zudem erleichtert extensive Beweidung mit Konik-Pferden die Nahrungssuche und steigert den Bruterfolg.