Erste Trends der Studie "Wasser im Klimawandel" liegen vor
Dafür wird der "weiterhin robust anhaltende Temperaturanstieg" samt der damit verbundenen steigenden Verdunstung in den kommenden Dekaden sorgen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Laut der bisher erstellten Daten der Analyse, die Geosphere Austria aktuell gemeinsam mit der TU Wien, der Universität Graz und der Universität für Bodenkultur durchführt, soll der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts fünf bis 15 Prozent abnehmen. In der kühleren Jahreshälfte zeichnet sich hingegen ein Niederschlagsplus von fünf bis zehn Prozent ab. "Die neuen globalen Klimaszenarien zeigen für die nächsten Jahrzehnte mehr Winterregen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge, wobei die Schneedecken tendenziell kürzer liegen bleiben", so Geosphere-Hydroklimatologe Klaus Haslinger.
Die Aufgabe, die Ressource Wasser vom Überschuss in der kalten Jahreszeit zu den Mangelzeiten im Sommer zu verteilen, werde künftig an Bedeutung gewinnen. Das betreffe insbesondere trockenere und wärmere Regionen in Ostösterreich, wie das Weinviertel oder das nördliche Waldviertel. Ein weiterer "bereits zweifelsfrei" aus Messdaten abgeleiteter Trend ist die höhere Intensität der Niederschläge in der warmen Jahreszeit und somit ein steigendes Risiko für lokale Überflutungen.
Eine Korrelation von Klimawandel mit großräumigen Überschwemmungen durch Dauerregen ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen worden, hieß es in der Aussendung. Es konnte hier noch nicht hinreichend geklärt werden, wie steigende Temperaturen das Entstehen von Großwetterlagen wie etwa Adria-Tiefs beeinflussen.
Die erstellten Zukunftstrends sind vorläufig und dienen als Ergänzung zu den offiziellen österreichischen Klimaszenarien, die voraussichtlich im Jahr 2027 veröffentlicht werden. Die Studie "Wasser im Klimawandel" soll bereits davor weitere aktuelle Informationen liefern. Genannt wurden die "Grundwasserentwicklung in verschiedenen Regionen, Hoch- und Niederwasserszenarien, Wassertemperaturen, Verdunstung sowie Schneeentwicklung und -schmelze" mit detaillierten Prognosen bis 2100. Die Ergebnisse sollen als wissenschaftliche Basis für Planung in Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Raumplanung dienen. Bis zur Publikation im Herbst werden die Szenarien noch verfeinert und mit hydrologischen Modellen der TU Wien verknüpft.
Herr ortet Nutzungskonflikte bei Wasser
Die Ergebnisse der Studie würden laut SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr auf zunehmende Nutzungskonflikte bei Wasser hindeuten. "Wenn Sommer trockener werden, die Verdunstung steigt und gleichzeitig Bewässerungsbedarf und Extremereignisse zunehmen, dann ist das ein klarer Handlungsauftrag. Wir müssen jetzt vorsorgen, um für die Zukunft gerüstet zu sein", sagte Herr. Konkret fordert Herr vom Bund, gemeinsam mit den Bundesländern ein zentrales Melderegister für tatsächliche Wasserentnahmen einzurichten. Im Notfall müsse die Trinkwasserversorgung Vorrang vor allen anderen Nutzungen - etwa der Befüllung von privaten Pools oder dem Bewässern von Rasen - haben.
(S E R V I C E - Weitere Informationen unter https://wasseraktiv.at/wasser-im-klimawandel )
Zusammenfassung
- Laut ersten Ergebnissen der Studie 'Wasser im Klimawandel' wird in Österreich der Sommerniederschlag bis Mitte des Jahrhunderts um fünf bis 15 Prozent abnehmen, während in der kühleren Jahreshälfte ein Plus von fünf bis zehn Prozent erwartet wird.
- Der anhaltende Temperaturanstieg und die steigende Verdunstung führen dazu, dass vor allem in Ostösterreich wie dem Weinviertel und nördlichen Waldviertel der Bewässerungsbedarf im Sommer steigt und Nutzungskonflikte um Wasser wahrscheinlicher werden.
- Die Intensität der Sommerniederschläge nimmt zu, wodurch das Risiko lokaler Überflutungen wächst, während großräumige Überschwemmungen durch Dauerregen bisher nicht eindeutig mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden können.
