Erneut Muren im Stubaital: Keine Suche nach Pfarrer möglich

26. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Drei Tage nach den schweren Unwettern ist es Montagabend im Tiroler Stubaital neuerlich zu mehreren Murenabgängen infolge von Starkregen gekommen. Die Suche nach dem seit Freitag vermissten Pfarrer ist laut Wasserrettung derzeit unmöglich.

"Wir haben aktuell keine Chance", schilderte Konrad Kirchebner von der Tiroler Wasserrettung der APA. Nach den neuerlichen Murenabgänge habe man im Wasser aufgrund der Verschmutzung keine gute Sicht, zudem sei der Wasserstand viel zu hoch, erklärte er. "Wir müssen besseres Wetter abwarten", meinte Kirchebner. Am Mittwoch werde die Lage neu beurteilt. Aber bei der Aufgabe handle es sich um die "Suche der Nadel im Heuhaufen", verdeutlichte er die Herausforderung.

Der Pfarrer wurde Freitagabend in seinem Auto sitzend von den Fluten mitgerissen. Bei einer Suchaktion am Samstag wurden lediglich private Gegenstände wie eine Bibel, Dokumente und eine Visitenkarte gefunden. Ein Teil des Fahrzeugs des 60-Jährigen war am Samstag in der Ruetz gefunden worden.

Gletscherbahn überflutet

Die neuerlichen Unwetter ereigneten sich während die Aufräumarbeiten nach den Elementarereignissen vom Freitag noch im vollen Gange waren. Nun müsse die Lage neu beurteilt werden, hieß es von der Polizeiinspektion Neustift.

Der Parkplatz der Gletscherbahn wurde überflutet und ein geparktes Auto mitgerissen, teilte die Polizei Dienstagfrüh mit. Personenschäden seien keine gemeldet worden, die Stubaier Gletscherstraße wurde für den gesamten Verkehr gesperrt. 

Einige Straßensperren

Im Ortsteil Gasteig hielt die Brücke der L232 einem Murenabgang stand, doch wurde die Straße gesperrt. Auch der Radweg entlang der Ruetz musste gesperrt werden, ebenso wie die Gemeindestraßen Oberberg und Mühlenweg sowie der Uferweg ab der Einmündung des Oberbergbaches in die Ruetz bis zum Eingang ins Oberbergtal. Zudem musste in Neustift in einer Tischlerei und in einem Musiklokal Wasser abgepumpt werden. In der Gemeinde Schönberg kam es auf der B183 ebenfalls zu einem Murenabgang, weswegen die Straße für den gesamten Verkehr gesperrt werden musste.

Der Leiter der Abteilung Krisen- und Gefahrenmanagement des Landes Tirol, Elmar Rizzoli, hatte am Montag mit Blick auf die erwarteten Unwetter an die Bevölkerung appelliert, entsprechend Vorsicht walten zu lassen und "beispielsweise nicht unbedingt notwendige Autofahrten oder Spaziergänge zu vermeiden bzw. von gefährdeten Bereichen wie Fließgewässern Abstand zu halten". Das betreffe "allen voran die bereits am Wochenende stark betroffenen Gebiete", betonte Rizzoli in einer Aussendung. Die Tiroler Landesregierung wird am Dienstag in ihrer Regierungssitzung einen Beschluss fassen, dass private Elementarschäden aus dem Katastrophenfonds entschädigt werden.

Doch nicht nur im Stubaital kam es zu heftigen Gewittern. In Finkenberg im Zillertal stürzte laut Polizei ein Baum auf einen Hotelparkplatz. Dabei wurden drei Autos beschädigt, es wurde niemand verletzt.

Quelle: Agenturen / pea