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Waldbrand in Tirol: Bub verantwortlich, Arbeiten dauern an

28. Dez. 2025 · Lesedauer 4 min

Nach dem Brand auf der Innsbrucker Nordkette am Samstag, bei dem acht Hektar Wald betroffen waren, steht nunmehr offenbar die Ursache für den Ausbruch des Feuers fest. Ein Zwölfjähriger kam am Sonntag mit seinem Vater zu einer Polizeiinspektion und teilte mit, dass er dafür verantwortlich sei. Er habe bei einer Wanderung mit seiner Familie einen pyrotechnischen Gegenstand gezündet, worauf sich ein Wiesenbrand entwickelte. Die Löscharbeiten dauerten indes noch an.

Man habe sofort versucht, die Flammen zu löschen, was jedoch aufgrund der Trockenheit, des hohen Grasbewuchses sowie der Steilheit des Geländes nicht gelungen sei, schilderte die Polizei die Aussagen von Vater und Sohn. Daraufhin setzte der Vater den Feuerwehrnotruf ab. Aufgrund der starken Brand- und Rauchentwicklung habe sich die Familie schließlich vom Brandort entfernt. Bereits vorher habe der Bub auf der Wanderung vereinzelt pyrotechnische Gegenstände gezündet. Nach Abschluss der Ermittlungen werde ein Bericht an die Staatsanwaltschaft Innsbruck erstattet, hieß es von der Exekutive.

Unterdessen waren am Sonntag die Löscharbeiten wieder aufgenommen worden. Am frühen Nachmittag war das Feuer weiter unter Kontrolle, die Einsatzkräfte waren aber nach wie vor mit dem Löschen einer "Vielzahl an Glutnestern" beschäftigt, sagte Marcus Wimmer von der Berufsfeuerwehr Innsbruck zur APA. Ein endgültiges "Brand aus" noch am Sonntag werde es nicht geben. "Das wird sich auf jeden Fall nicht ausgehen", erklärte Wimmer. Somit werden auch noch am Montag Nachlöscharbeiten durchgeführt werden müssen. Es handle sich schließlich um ein aufwendiges Prozedere, erläuterte der erfahrene Feuerwehrmann. Denn die Glutnester müssten zunächst aus dem Waldboden gegraben werden, um sie dann einzeln zu löschen. Indes waren neben jenen am Boden - rund 140 Feuerwehrleute befanden sich an Ort und Stelle - auch die Helfer aus der Luft weiter im Einsatz: Zwei Polizeihubschrauber und zwei Agusta Bell 212 "AB212" des Bundesheeres flogen hoch über der Tiroler Landeshauptstadt und bekämpften aufflackernde Glutnester.

Der Assistenzeinsatz war auf Anforderung der Landeswarnzentrale Tirol erfolgt, hieß es in einer Aussendung des Verteidigungsministeriums. Der Agusta Bell 212 ist laut Bundesheer ein mittlerer Transporthubschrauber mit zwei Triebwerken und einem Kufenlandegestell. Er kann bis zu 14 Personen transportieren. Eine Seilwinde und ein Außenlasthaken ermöglichen vielfältige Einsätze, auch bei der Waldbrandbekämpfung. Der Hubschrauber erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 162 km/h, hat eine Reichweite von 420 Kilometern und kann rund 1.000 Kilogramm Löschwasser aufnehmen.

Bewaldeter, sehr steiler Berghang betroffen - Keine Verletzten und sonstigen Schäden

Betroffen war ein bewaldeter, sehr steiler Berghang in einem schwer zugänglichen Gebiet im Bereich "Tobl" östlich der Höttinger Alm und südwestlich der Seegrube auf rund 1.400 Metern Höhe. Verletzt wurde niemand, auch Infrastruktur kam nicht zu Schaden. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit am Samstag war der Brand unter Kontrolle gebracht und eingedämmt worden. Aufgrund der Dunkelheit wurden die Löscharbeiten dann am frühen Abend unterbrochen und Sonntagfrüh fortgesetzt.

Unterdessen galt am Sonntag ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot für die Bereiche nördlich des Planötzenhofes, nördlich des Gramartbodens, nördlich des Rastlbodens und für den direkten Bereich des Gramartbodens, teilte die Stadt Innsbruck mit. Auch die Wanderwege auf der Nordkette blieben vorerst großräumig gesperrt.

Land mahnt zu Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein

"Wegen anhaltender Trockenheit" zu "Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein" mahnten unterdessen Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (beide ÖVP) in einer Aussendung. "Ich ersuche die Tirolerinnen und Tiroler sowie alle Gäste eindringlich, umsichtig mit der aktuellen Situation umzugehen und auf den Gebrauch von Feuerwerk insbesondere bei trockener Witterung zu verzichten", appellierte Mattle. Schon ein kleiner Funke könne "fatale Folgen" haben: "Das haben wir zuletzt auf der Nordkette gesehen." "Wenig Niederschlag hat über die letzten Tage zu trockenen Wäldern und ausgedorrten Böden geführt. Kleine Zündquellen - wie eine weggeworfene Zigarette oder kleine Feuerwerkskörper - können bereits ganze Waldbrände auslösen", warnte auch Landesrätin Mair.

Zusammenfassung
  • Ein zwölfjähriger Bub hat gestanden, den Waldbrand auf der Innsbrucker Nordkette durch das Zünden eines pyrotechnischen Gegenstands bei einer Wanderung ausgelöst zu haben.
  • Der Brand betraf acht Hektar Wald auf einem steilen Berghang in rund 1.400 Metern Höhe, wobei rund 140 Feuerwehrleute sowie zwei Polizeihubschrauber und zwei Bundesheer-Hubschrauber im Einsatz waren.
  • Die Löscharbeiten dauerten auch am Sonntag an und werden sich aufgrund zahlreicher Glutnester bis Montag fortsetzen, Verletzte oder Schäden an der Infrastruktur gab es nicht.