Ermittlungen gegen Arzt nach Ivermectin-Gabe eingestellt

01. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Für Aufsehen hat im Herbst 2021 in Salzburg der Fall von zwei Corona-Patienten gesorgt, die nach Verabreichung des Pferde-Entwurmungsmittels Ivermectin gestorben sind. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen einen Hausarzt aus Hallein, der die Tabletten auf Wunsch der Patienten verordnet hatte, wegen grob fahrlässiger Tötung. Das Verfahren wurde jetzt eingestellt. Laut einem Gutachten verursachte das Arzneimittel weder eine Gesundheitsschädigung noch den Tod der beiden.

"Die Ermittlungen wurden aus Beweisgründen eingestellt", erklärte am Mittwoch eine Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg auf APA-Anfrage. Ein Internist aus Wien hatte das medizinische Gerichtsgutachten erstellt. Die beiden Patienten, ein 87-jähriger Mann und eine 71-jährige Frau aus dem Tennengau, seien bereits schwer an Corona erkrankt gewesen und nicht an den Folgen des Mittels mit Wirkstoff Ivermectin gestorben. Die zwei Erkrankten waren zuletzt in einem Spital in der Stadt Salzburg betreut worden.

Bereits vor rund einem Monat hat die Staatsanwaltschaft Salzburg ein Ermittlungsverfahren gegen eine Ärztin aus dem Pongau eingestellt, die im November 2021 einem 58-jährigen Corona-Patienten Ivermectin verschrieben hatte. Gegen die Frau war wegen des Vorwurfs der grob fahrlässigen Körperverletzung ermittelt worden. Ein medizinisches Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass das Arzneimittel bei dem Mann, der wegen Atemnot und Lungenentzündung im Spital behandelt wurde, nicht kausal die schwere Erkrankung verursacht hatte.

Mit dem Wirkstoff Ivermectin werden eigentlich Parasiten bekämpft - nicht Viren wie SARS-CoV-2. Experten warnen vor der eigenmächtigen Einnahme. Ivermectin kann in geringer Dosierung beim Menschen gegen bestimmte Fadenwürmer und Krätzemilben eingesetzt werden. Gegen Covid-19 ist das Medikament weder zugelassen noch sehen Experten eindeutige Effekte gegen Covid-19. Bei falscher Dosierung kann Ivermectin hochgiftig sein.

Quelle: Agenturen