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Erfolgreiche Birdlife-Wintervogelzählung

Heute, 08:44 · Lesedauer 3 min

Birdlife Österreich freut sich über einen Teilnahmerekord an ihrer jüngsten Wintervogelzählung: Mehr als 33.000 Naturbegeisterte haben heuer eine Stunde ihrer Zeit geopfert - das ist rund ein Viertel mehr als im letzten Jahr, hieß es am Mittwoch. Den ersten Platz als häufigster Wintervogel im Siedlungsraum sicherte sich die Kohlmeise, gefolgt von Haussperling und Feldsperling.

Durchschnittlich tummelten sich 29 Vögel in den heimischen Gärten. Insgesamt wurden 733.671 Vögel von 25.256 Zählorten in ganz Österreich gemeldet. Evelyn Hofer, Projektleiterin bei der Vogelschutzorganisation: "Wir sind überwältigt vom Interesse an unserer Zählung und dankbar für jede Meldung, die uns wertvolle Informationen über unsere heimische Vogelwelt liefert!"

Die Kohlmeise war von 3. bis 6. Jänner 2026 der häufigste Vogel im winterlichen Siedlungsraum und wurde an neun von zehn Zählorten angetroffen. Zweithäufigster Vogel war der Haussperling, gefolgt vom Feldsperling auf Platz drei. Die Top-3-Plätze waren damit ident zum Vorjahr.

Es wurden durchschnittlich 29 Vögel beobachtet, zwei weniger als im Vorjahr. Zuletzt stabil, zeige sich im Langzeitvergleich über 17 Jahre eine deutliche Abnahme. "Während in den ersten sechs Zähljahren noch durchschnittlich um die 40 Vögel pro Zählort anwesend waren, sind es in den letzten sechs Jahren nur mehr durchschnittlich um die 30 Vögel je winterlichem Zählort", so Hofer.

Im Vergleich zum Vorjahr blieben in Österreich heuer die Einflüge vieler Wintergäste aus dem Norden Europas weitgehend aus. Arten wie Bergfink, Kernbeißer oder Erlenzeisig wurden deutlich seltener beobachtet. Der Einflug würde immer durch eine Kombination mehrerer Faktoren bestimmt. Dazu zählen vor allem der Bruterfolg und das winterliche Nahrungsangebot in den nordischen Brutgebieten. Zusätzlich beeinflusst das Nahrungsangebot in Österreich, ob durchziehende Vögel hierbleiben oder weiterziehen.

Beim Stieglitz wurde heuer ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr festgestellt. Langfristig zeigt er jedoch als einziger Finkenvogel keinen negativen Trend im Winter. Hofer: "Der heuer wieder strengere Winter mit Frost und Schnee dürfte jedoch vermehrt zu einem Abzug in wärmere Regionen geführt haben."

Schwankungen beim Zuzug aus dem Norden

Bei Arten wie Bergfink, Erlenzeisig oder Stieglitz können also die Winterbestände je nach Zuzug aus dem Norden oder Abzug in den Süden im Jahresvergleich stark schwanken. Die Datenreihe zeigt aber auch kontinuierliche Trends auf: Bei Sperlingen, Kohlmeisen, Blaumeisen und manchen Finkenarten kann langfristig eindeutig ein Rückgang festgestellt werden. Typische Siedlungsvögel verlieren durch die zunehmende Verbauung bzw. Verdichtung des Siedlungsraums sowie naturfern gestaltete Grünräume unserer Städte und Dörfer ihre Lebensräume. Die Ornithologin: "Je weniger heimische Hecken und alte Bäume, umso weniger Vögel!"

Eines der größten Sorgenkinder im winterlichen Siedlungsraum ist der Grünling (Grünfink). Der langfristige, extrem starke Rückgang dieser Art ist auf die Vogelkrankheit Trichomoniasis zurückzuführen. Dazu kommen zunehmende Lebensraumverschlechterungen.

Eine positive Entwicklung zeigte hingegen die Amsel: Nachdem es 2018 und 2019 zu deutlichen Bestandseinbrüchen gekommen war, wird die Amsel vor allem in den östlichen Bundesländern und in Vorarlberg seit drei Jahren wieder etwas häufiger in den winterlichen Siedlungen beobachtet.

Zusammenfassung
  • Mehr als 33.000 Naturbegeisterte haben von 3. bis 6. Jänner 2026 an der Birdlife-Wintervogelzählung teilgenommen, was einen neuen Rekord und einen Zuwachs von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
  • Mit insgesamt 733.671 gemeldeten Vögeln an 25.256 Zählorten wurde die Kohlmeise erneut zur häufigsten Art im Siedlungsraum gekürt, gefolgt von Haussperling und Feldsperling.