Erdrutsch auf Sizilien: 1.000 Menschen evakuiert
Der Erdrutsch besteht mittlerweile aus einem Hauptbruch in zwei Bögen von vier Kilometern Länge und einer Absenkung, die senkrechte Wände von bis zu 50 bis 55 Metern Höhe entstehen ließ. Straßen sowie Gebäude wurden beschädigt.
Der Bürgermeister Massimiliano Conti sprach von einer "dramatischen Situation", denn Niscemi sei derzeit nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, da wichtige Verkehrsachsen gesperrt wurden. Schulen bleiben geschlossen, der Zivilschutz entsandte zusätzliche Einsatzkräfte. In einer Sporthalle wurden Notunterkünfte eingerichtet, zahlreiche Bewohner kamen bei Verwandten unter.
Zivilschutzchef Fabrizio Curcio kündigte die Errichtung einer sogenannten roten Zone an. Die betroffenen Gebiete könnten dauerhaft unbewohnbar bleiben. "Wer dort ein Haus hat, wird nicht zurückkehren können", sagte Curcio. Weitere Erdrutsche wurden nicht ausgeschlossen. Das Gebiet war bereits vor 29 Jahren von einem ähnlichen Erdrutsch betroffen. Die aktuellen Erdrutsche entstanden durch das Sturmtief Harry, das seit Tagen heftige Regenfälle über Sizilien bringt.
Der italienische Ministerrat hat am Dienstagnachmittag den Unwetternotstand für Sizilien, Sardinien und Kalabrien ausgerufen. Die Regierung unter Giorgia Meloni hat für die betroffenen Gebiete 100 Millionen Euro aus dem Fonds für nationale Notfälle bereitgestellt. Die Präsidenten der drei Regionen wurden laut Beschluss bei einer Ministerratssitzung in Rom beauftragt, den Wiederaufbau zu koordinieren.
Zusammenfassung
- Nach schweren Unwettern wurden in der sizilianischen Stadt Niscemi mehr als 1.000 Menschen evakuiert, weil der Boden in mehreren Stadtvierteln absackte und ein bis zu 25 Meter tiefer Graben entstand.
- Die Erdrutsch-Front erstreckt sich über vier Kilometer, hat senkrechte Wände von bis zu 55 Metern Höhe geschaffen und wichtige Verkehrsachsen unpassierbar gemacht, sodass Niscemi nahezu von der Außenwelt abgeschnitten ist.
- Der italienische Ministerrat hat für Sizilien, Sardinien und Kalabrien den Unwetternotstand ausgerufen und stellt 100 Millionen Euro aus dem Notfallfonds bereit, während Zivilschutz und regionale Behörden den Wiederaufbau koordinieren.
