Erdbeben unweit des Ätna
Das Beben wurde auch in den ostsizilianischen Provinzen Messina und Syrakus wahrgenommen. Berichte über Sach- oder Personenschäden lagen vorerst nicht vor. Die Feuerwehr erhielt zahlreiche Anrufe besorgter Anrainer. Menschen liefen in Panik auf die Straßen. Gegenstände wackelten und fielen in den Wohnungen zu Boden.
In der Gemeinde Ragalna unweit des Vulkans wurden Schäden an Gebäuden gemeldet. Kontrollen zur Überprüfung der Stabilität der Infrastruktur laufen noch. Die Schulen in Catania wurden auf Anordnung von Bürgermeister Enrico Trantino geschlossen. "Wir überprüfen die Stabilität der Schulgebäude, Sicherheit hat für uns höchste Priorität."
Auch am Flughafen Catania, dem größten der Mittelmeerinsel, wurden Kontrollen durchgeführt. Dort landen Urlauber, die renommierte Badeorte wie Taormina, Acireale und Giardini Naxos besuchen. Der Flugverkehr wurde durch das Erdbeben jedoch nicht beeinträchtigt.
Magma-Druck im Untergrund
Das Beben deutet laut Experten darauf hin, dass sich die vom Magma ausgehende Spannung im Untergrund des Vulkans bisher nicht abgebaut hat. Der Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Es kommt immer wieder zu kleineren und größeren Eruptionen.
Unter Geologen gilt der Ätna als vergleichsweise "gutmütiger" Vulkan: Er explodiert in der Regel nicht wie der Vesuv bei Neapel oder der Mount St. Helens in den USA, sondern baut Druck durch regelmäßige Lavaausflüsse ab. Dennoch können die vom Ätna verursachten Erdbeben auch erhebliche Schäden anrichten. Im Dezember 2018 kam es zu einem stärkeren Beben vulkanischen Ursprungs. Dabei wurden 28 Menschen verletzt, rund 400 Personen verloren ihre Häuser.
Zusammenfassung
- Ein Erdbeben der Stärke 4,5 erschütterte am Mittwoch die sizilianische Provinz Catania, das Epizentrum lag in 3,8 Kilometern Tiefe beim Vulkan Ätna.
- In Ragalna wurden Gebäudeschäden gemeldet, Schulen in Catania vorsorglich geschlossen und am Flughafen Catania Kontrollen durchgeführt, der Flugverkehr blieb jedoch unbeeinträchtigt.
- Laut Experten weist das Beben auf anhaltenden Magma-Druck im Untergrund des Ätna hin; bei einem ähnlichen Beben 2018 gab es 28 Verletzte und 400 Obdachlose.
