Einst weltgrößter Eisberg zerfällt
"Die hellblauen Bereiche, die auf seiner Oberfläche und auf den Eisbergen südlich von ihm sichtbar sind, sind Becken von Schmelzwasser, welche deutliche Zeichen des schnellen Verschwinden des Eisberges sind." Aufgenommen hat die Ansicht der Satellit Sentinel-2 des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.
Der Eisberg A23a war mit mit rund 4.000 Quadratkilometern einst der größte Eisberg der Welt. 1986 vom antarktischen Festland – dem Filchner-Ronne-Schelfeis – abgebrochen, hing er jahrzehntelang am Meeresboden fest. Nachdem er sich im Jahr 2000 löste, blieb er lange in zirkulierenden Meeresströmungen gefangen und driftete im November 2023 rasch von den antarktischen Gewässern davon.
Mittlerweile befindet sich der Eisriese im Südatlantik. Am 20. Dezember fing der Satellit ihn etwa 150 Kilometer nordwestlich der Insel Südgeorgien ein, umgeben von mehreren kleinen Eisbergen. Der Esa zufolge misst der frühere Gigant mittlerweile nur noch etwa 1.000 Quadratkilometer. Er hat also bereits rund drei Viertel seiner einstigen Größe verloren.
Dass Eisberge, die so weit in den Norden gelangen, zerfallen, ist nicht ungewöhnlich und liegt an den wärmeren Meerestemperaturen und Wetterbedingungen. Laut der Esa ist A23a auf Kurs zu noch wärmeren Gefilden. Bald werde es das Schicksal anderer Eisberge teilen, die in diesen Gewässern zerfallen sind.
Zusammenfassung
- Der einst größte Eisberg der Welt, A23a, ist laut aktuellen Satellitenaufnahmen der ESA auf rund 1.000 Quadratkilometer geschrumpft und droht vollständig zu zerfallen.
- Das am 20. Dezember aufgenommene Bild zeigt erstmals wolkenfrei deutliche Schmelzwasserbecken, die laut ESA das schnelle Verschwinden belegen.
- A23a hat seit seinem Abbruch 1986 vom antarktischen Festland etwa drei Viertel seiner Fläche verloren und treibt derzeit rund 150 Kilometer nordwestlich der Insel Südgeorgien im Südatlantik.
