Drogenrazzia in Nobellokal - Einvernahmeprotokoll liegt vor

03. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Am Freitagabend löst die Wiener Drogenfahndung eine private Party in einem Wiener Szenelokal auf. Neben Cannabis finden die Ermittler bei den 21 Gästen auch Kokain und die Mode-Droge MDMA. Neben den Drogendelikten setzt es nun Anzeigen wegen Verstößen gegen die geltenden Corona-Verordnungen.

Es ist ein Großaufgebot der Polizei, das am Freitagabend kurz nach 20.00 Uhr das Szenelokal Dots im Brunnerhof in Wien-Döbling stürmt. Die Polizei hat einen Insider-Tipp bekommen und entscheidet sie sich ihm nachzugehen. Tatsächlich findet in dem bekannten Nobellokal eine illegale Corona-Party mit mehr als 20 Gästen statt. Darüber hinaus stellt die Polizei neben Cannabis auch Kokain und die Mode-Droge MDMA sicher. Zu der Feier soll ein bekannter Wiener Kaufhauserbe geladen haben – er wollte an diesem Tag trotz Corona-Beschränkungen seinen Geburtstag feiern. Die Tageszeitung Heute veröffentlicht nun das Einvernahmeprotokoll, das auch PULS 24 vorliegt.

Heute.at-Chefredakteur Clemens Oistric zu dem Protokoll: "Darin gibt es einen sehr spannenden Zusammenhang, nämlich dürfte der anonyme Tipp darauf zurückgehen, dass die Polizei auf der Suche nach einem Dealer war, der in einer Wiener Innenstadtdiskothek immer wieder feiernde Wienerinnen und Wiener mit Suchtmittel versorgt haben soll. Ob es sich bei dem befragten 37-jährigen Kaufhauserben um den Gesuchten handelt bleibt offen."

Betreiber dementiert von Party gewusst zu haben

Offen bleibt auch mit wem der 37-Jährige die Feier vereinbart habe. Denn laut Polizei-Protokoll möchte er darüber keine Auskunft geben. Der Betreiber des Lokals dementiert jedenfalls via Anwalt von der illegalen Party gewusst zu haben.

Dass es sich beim Besitzer um keinen Unbekannten handelt, weiß auch Oistric: "Bei dem Besitzer des Lokals, Martin Ho, handelt es sich um einen hochrangigen und in die höchsten Kreise vernetzten Gastronomen und Society-Liebling, der zum Beispiel mit Bundeskanzler Sebastian Kurz befreundet ist.“ Natürlich wurde Ho gefragt, wo er an dem Abend war. „Er selbst hatte bereits am Freitagabend im Bett gelegen und erfuhr aus den Medien von diesem Einsatz", gibt Oistric die Aussage Hos wieder.

Es heißt, zwei Köche hätten den Gästen ohne Wissen des Betreibers den Zutritt gewährt.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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Dominik SchadenQuelle: Redaktion