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Drogenhändler deponiert 50.000 Euro in Mädchen-Schultasche

08. Dez. 2021 · Lesedauer 2 min

Bei der Zerschlagung einer Drogenbande haben Beamte in Spanien auch 50.000 Euro in einer Schultasche einer Zwölfjährigen entdeckt. Insgesamt 40 Menschen seien im Rahmen der monatelangen Operation "Pólvora" (Pulver) in Cádiz und Málaga in der südlichen Region Andalusien festgenommen worden, darunter auch der Vater des offenbar als Kurier missbrauchten Mädchens, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) am Dienstagabend mit.

Außerdem wurden den amtlichen Angaben zufolge unter anderem knapp 5,8 Tonnen Kokain, 25 zum Teil sehr teure Fahrzeuge, mehr als 17.000 Zigarettenpackungen, Schusswaffen sowie Kommunikationsmaterial sichergestellt. Auch habe man 268.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Neben den 50.000 Euro in der Schultasche des Mädchens habe man im selben Haus, in dem einer der mutmaßlichen Chefs der Bande mit seiner Familie wohnte, auch 150.000 Euro unter einer Matratze gefunden.

Die Zeitung "El País" zitierte am Mittwoch einen Beamten, dem das Verhalten des Mädchens während der Durchsuchung des Hauses des Vaters auffiel. Als die Kleine gefragt worden sei, was sie in der Schultasche habe, habe sie sichtlich nervös "Nichts" geantwortet.

Das zeige, so das Blatt, wie der vor allem in La Línea de la Concepción im Campo de Gibraltar blühende Drogenhandel "ganze Familien, Generationen und Gemeinden vereinnahmt". Der sehr arme Landkreis Campo de Gibraltar, an den das britische Überseegebiet Gibraltar grenzt, ist seit Jahrzehnten eine Drogenhochburg. Vor allem der Handel mit Haschisch und Marihuana ist dort sehr rege.

Die Straße von Gibraltar ist an der engsten Stelle nur 14 Kilometer breit. Jeden Tag erreichen die andalusische Küste unzählige mit Drogen beladene Motorboote, die die Meerenge zwischen Marokko und Spanien blitzschnell überqueren.

Quelle: Agenturen