Drastisch mehr Waldschäden durch Klimaerwärmung
Nach Hochschulangaben nutzten ihre Experten für Waldmanagement unter anderem Satellitenbilder und ein KI-gestütztes Simulationsmodell, um die Auswirkungen des Klimawandels und seiner Begleitphänomene auf die europäischen Wälder in den kommenden Jahrzehnten abzuschätzen. Vor allem Süd- und Westeuropa werden demnach betroffen sein, Nordeuropa weniger. Die Forscher warnten dabei auch vor ökonomischen Verwerfungen auf den Holzmärkten. Wälder seien für die Gesellschaft "hochrelevant", hieß es.
Eine mutmaßlich dauerhafte Erderwärmung von eineinhalb Grad gegenüber vorindustriellem Niveau trat nach Einschätzung führender Expertengremien wie dem Weltklimarat wohl bereits ein oder steht kurz bevor. Ein Rückgang des Temperaturanstiegs wäre demnach nur bei einer starken Reduktion des CO2-Ausstoßes möglich, wonach es bisher nicht aussieht. Experten zufolge steuert die Erde selbst bei Einhaltung aller aktuellen Klimaschutzzusagen auf ein Plus von mehr als zwei Grad bis 2100 zu.
Bereits in den vergangenen Jahren nahmen Waldschäden dramatisch zu. Schuld waren unter anderem anhaltende Dürren, die Bäume schwächten. Das macht sie auch anfälliger für Befall durch Borkenkäfer. Dazu kamen zahlreiche Waldbrände und Sturmschäden.
Zusammenfassung
- Eine Studie der Technischen Universität München warnt, dass sich bei einer Klimaerwärmung um vier Grad Celsius bis 2100 die geschädigte Waldfläche in Europa verdoppeln könnte.
- Selbst bei einer Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad werden mehr Schäden durch Brände, Stürme und Borkenkäfer erwartet, wobei vor allem Süd- und Westeuropa betroffen sind.
- Experten sehen eine dauerhafte Erwärmung von eineinhalb Grad bereits als erreicht oder unmittelbar bevorstehend und halten eine Reduktion des Temperaturanstiegs nur bei starker CO2-Einsparung für möglich.
