APA - Austria Presse Agentur

Dramatische Lage in Rumäniens Spitälern wegen Corona

20. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

In Rumänien verschärft sich die Corona-Notlage, das Gesundheitswesen wird mit der Versorgung der wachsenden Patientenzahl kaum mehr fertig. Am Mittwoch sei die Sterberate durch das Coronavirus weltweit am höchsten gewesen: 19,01 pro eine Million Einwohner, errechnete das Portal "ourworldindata.org". Die 14-Tage-Inzidenz von 859 Neuansteckungen gehört EU-weit zu den höchsten. Staatspräsident Klaus Iohannis will nun mit der Regierung verschärfte Vorsichtsmaßnahmen beschließen.

Allein in den vergangenen 24 Stunden sind in Rumänien mehr Menschen an oder mit Corona gestorben als in der gesamten EU im selben Zeitraum: 574. Im Bukarester Universitätsklinikum gab es deswegen zeitweise sogar im Kühlraum der Leichenhalle keinen Platz mehr. Die Bukarester Ärztin Victoria Arama beschrieb die Situation als "apokalyptisch". Covid-Patienten würden sich auf den Klinik-Korridoren gegenseitig wegschubsen, um an Sauerstoffgeräte zu kommen, sagte sie laut Medienberichten.

1.799 Corona-Patienten werden derzeit landesweit intensivmedizinisch behandelt - zum Teil auf Krankenhausfluren, in Containern, Zelten und Krankenwagen. Es gibt nur 1.668 Plätze in Intensivstationen. 30 schwer kranke Patienten hat Rumänien bereits ins Nachbarland Ungarn geschickt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hilfen für Krankenhaus-Ausstattung versprochen sowie Beratung der Kommunikatoren zur Förderung der Impfbereitschaft, die in Rumänien zu den niedrigsten in der EU gehört. Nur 34,8 der Rumänen haben den vollen Impfschutz. Als mitverantwortlich dafür gelten Verschwörungstheoretiker in Medien, Showbusiness und der rumänisch-orthodoxen Kirche.

Zugleich werden Vorsichtsregeln nur lückenhaft überwacht. Jüngst hielt die bürgerliche Regierungspartei PNL in Anwesenheit des Staatschefs Iohannis einen Parteitag mit 5.000 Delegierten ab. Die Polizei verhängte nachher für PNL ein Bußgeld wegen Verletzung der Abstandsregeln und Maskenpflicht.

Quelle: Agenturen