APA - Austria Presse Agentur

Deutschland: Über 3 Millionen Impfdosen werden nicht verimpft

17. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Fast 10 Prozent der Impfdosen gegen Corona finden in deutschen Arztpraxen keine Abnehmer. Eine Weitergabe an bedürftige Länder ist aber nicht möglich.

Deutsche Ärzte finden keine Abnehmer für ihren Corona-Impfstoff. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine deutschlandweite Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) unter Haus- und Fachärzten. An der Befragung in den ersten beiden Augustwochen nahmen 4.938 Ärzte teil.

Das Institut geht von rund 3,2 Millionen Impfdosen aus, die von Ärzten nicht verimpft werden können. Auf Basis der Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geht das Zi von einer Verimpfungsquote von 91,4 Prozent aus. Von den 3,2 Millionen entfallen 1,7 Millionen Dosen auf Biontech, 1,1 Millionen auf AstraZeneca und 0,4 Millionen auf Johnson&Johnson. 

AstraZeneca wird zur Ausschussware

Die Befragung zeigt, dass der Vektorimpfstoff von AstraZenca am schwersten zu verimpfen ist. 19,8 Prozent der Dosen finden keinen Abnehmer. Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, fordert gegenüber dem "Spiegel", dass diese Impfdosen an die bedürftige Länder weitergegeben werden.

Laut dem deutschen Gesundheitsministerium ist eine Weitergabe aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Diese Frage sei auch nicht durch eine neue Verordnung zu lösen.  

Impftempo lässt nach

Während es zu Beginn des Jahres noch eine Impfstoffknappheit gab, gibt es mittlerweile mehr Impfstoff als Impfwillige. Bis zum 15. August waren 114 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert worden. Davon können aber immer weniger verimpft werden. Derzeit liegt die Verimpfungsrate laut offiziellen Angaben bei nur 85 Prozent.

Aus der Umfrage geht auch hervor, dass Patienten noch immer Angst vor den Nebenwirkungen bei einer Corona-Impfung haben. 

Quelle: Redaktion / apb