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Cousin von Black-Lives-Matter-Gründerin tot durch Polizeigewalt

12. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Ein Cousin der Mitbegründerin von Black Lives Matter, Patrisse Cullors, verstarb nach einem Elektroschocker-Einsatz der Polizei. Das zeigen Videos der Body Camera der Polizist:innen und Aussagen der Familie des Getöteten.

Keenan Anderson war ein 31-jähriger Familienvater und Lehrer in Los Angelos. Er wurde von der Polizei nach einem Verkehrsunfall wiederholt mit einem Elektroschocker getasert. Anderson verstarb daraufhin in einem Krankenhaus, wie der britische "Guardian" berichtet. Angehörige werfen der Polizei vor, ihn getötet zu haben. 

 

Tathergang

Anderson wurde am 3. Jänner von der Polizei aufgegriffen, nachdem er in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Das ist auf Videomaterial sichtbar, das von der Polizei veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um drastische Aufnahmen. 

Auf dem Video läuft Anderson auf der Straße und bittet um Hilfe, ein Polizist auf einem Motorrad fährt ihm nach und erklärt ihm, er solle die Straße verlassen. Anderson wirkt aufgeregt und erklärt immer wieder "Ich wollte das nicht", jemand habe versucht sein Auto zu manipulieren. Wenig später bricht die Aufnahme ab, die Unterbrechung dauerte laut Polizei sieben Minuten, unabhängig überprüft werden kann das nicht.

Anderson wirkt nach der Unterbrechung verwirrt und hat sichtlich Angst davor, die Polizist:innen könnten ihm etwas antun. Er läuft davon, legt sich jedoch nach Aufforderung auf den Rücken. Mehrere Polizist:innen versuchen ihn zu Boden zu drücken und zu fixieren. Anderson ruft weiter nach Hilfe, er hat Angst davor, dass sie ihm dasselbe antun wie George Floyd ("They're trying to Georg Floyd me!). Wenig später wird er von den Polizist:innen wiederholt getasert. 

Rettungskräfte erreichten die Szene erst später. Sie nahmen Anderson mit, er verstarb viereinhalb Stunden später in einem Krankenhaus.

"Er wurde getötet"

Seine Kusine Patrisse Cullors erkläre gegenüber dem britischen "Guardian": "Mein Cousin hat um Hilfe gebeten, aber er hat sie nicht bekommen. Er wurde getötet. Niemand verdient es, in Furcht, Panik und Todesangst zu sterben. Mein Cousin hatte Angst um sein Leben. Er verbrachte die letzten zehn Jahre damit, Zeuge einer Bewegung zu werden, die das Töten von Schwarzen Menschen in Frage stellt. Er wusste, was auf dem Spiel stand, und er versuchte, sich zu schützen. Niemand war bereit, ihn zu beschützen."

Die Polizei von Los Angelos äußerte sich in einer Pressekonferenz zu dem Fall. Der Chef der Behörde Michel Moore erklärt, dass sich Anderson "unberechenbar" verhalten habe. Sein vorläufiger Bluttest habe Cannabis und Kokain enthalten. Eine formale Todesursache wurde nicht bekannt gegeben. Die Behörde wurde dafür kritisiert einen Zusammenhang zwischen seinem Drogenkonsum und Tod herzustellen. 

Quelle: Redaktion / mbe