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Coronahilfen - Österreich will WHO mit 2 Mio. Euro unterstützen

08. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Österreich will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesichts der Corona-Krise mit zwei Millionen Euro unterstützen. Davon sind jeweils eine Million Euro für Afrika und für den Nahen Osten mit Schwerpunkt Iran und Palästina vorgesehen, teilte das Außenministerium der APA am Mittwoch mit. Eine entsprechende Ankündigung solle beim heutigen EU-Entwicklungsrat gemacht werden.

Österreich will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesichts der Corona-Krise mit zwei Millionen Euro unterstützen. Davon sind jeweils eine Million Euro für Afrika und für den Nahen Osten mit Schwerpunkt Iran und Palästina vorgesehen, teilte das Außenministerium der APA am Mittwoch mit. Eine entsprechende Ankündigung solle beim heutigen EU-Entwicklungsrat gemacht werden.

Österreich fördert laut den offiziellen Informationen zusätzlich unter anderem die Ausweitung der Medizin-App "MedSher" auf den Nahen Osten und Afrika. Dadurch soll eine Plattform für 150.000 Ärzte und medizinisches Personal geschaffen werden, die sich online zu Behandlungsmethoden und Erfahrungen im Umgang mit dem Coronavirus austauschen können.

Vom heutigen EU-Entwicklungsrat, an dem Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) teilnimmt, erwartet sich Österreich "ein klares Bekenntnis, Entwicklungsländer mit fragilen Gesundheitssystemen besonders zu unterstützen". Aus österreichischer Sicht ist es wichtig, dass die EU-Hilfe neben Afrika auch dem Westbalkan und Ländern in der Europäischen Nachbarschaft zu Gute kommt, sowie dass "den speziellen Bedürfnissen von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen" Rechnung getragen wird.

"Diese Menschen sind der Bedrohung durch COVID-19 aufgrund mangelnder hygienischer Bedingungen und medizinischer Versorgung oft besonders ausgesetzt und bedürfen daher besonderer Unterstützung durch die EU", so das Außenministerium. Dies trifft unter anderem auch auf die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln zu. Außer Deutschland ist aufgrund der Corona-Pandemie unter den EU-Ländern jedoch derzeit nur Luxemburg bereit, unbegleitete Minderjährige aus den überfüllten informellen Lagern zu holen.

Ein Engagement außerhalb der Europäischen Union ist laut Außenministerium "eine Frage der Solidarität, aber auch im Eigeninteresse der Mitgliedsstaaten". Einerseits gehe es darum, dass die "bereits errungenen Fortschritte in Entwicklungsländern nicht durch die aktuelle Krise gefährdet" werden und keine Migrationsgründe entstehen, und andererseits, dass das Virus global bekämpft werde. Dies sei notwendig, um in Österreich und Europa "zu einer gewissen Normalität zurückkehren" zu können. "Das Risiko des Reimportes des Virus können wir nur minimieren, wenn Covid-19 auch bei unseren Partnern und Nachbarn unter Kontrolle ist", so das Außenministerium.

In diesem Sinne hatte sich auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell vergangene Woche geäußert. Am Mittwoch teilte die EU-Kommission mit, Partnerländer bei der Bekämpfung der Pandemie mit 15,6 Milliarden Euro aus bestehenden Fonds des Auswärtigen Dienstes der Europäischen Union unterstützen zu wollen. 3,25 Mrd. Euro davon gehen laut der Mitteilung der EU-Kommission nach Afrika.

Konkret soll damit auf die unmittelbare Gesundheitskrise und daraus folgenden humanitären Anforderungen geantwortet sowie auf die Stärkung der Gesundheitssysteme, Wasserver- und Abwasserentsorgung abgezielt werden. Auch Forschung- und Vorsorgekapazitäten sollen unterstützt und die sozialwirtschaftlichen Auswirkungen abgeschwächt werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte zudem eine virtuelle Geberkonferenz an, um die für die Bekämpfung der Pandemie weltweit "notwendigen Mittel zu mobilisieren und der Weltgesundheitsorganisation bei der Unterstützung der am stärksten gefährdeten Länder zu helfen".

Quelle: Agenturen