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Corona-Welle viel höher als offizielle Zahlen zeigen

24. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Es wird wenig getestet, viele bleiben trotz Corona-Ansteckung symptomlos, Maßnahmen gibt es kaum: Das führt dazu, dass nicht nur die Corona-Zahlen stark zunehmen, sondern auch, dass die offiziellen Zahlen nicht widerspiegeln, wie stark. Abwasser-Analysen zeigen, dass die Welle eineinhalb mal größer ist als angenommen.

"Die Welle ist ganz klar größer als die Zahlen vermitteln", berichtete der Mikrobiologe Heribert Insam von der Universität Innsbruck, Projektleiter des des SARS-CoV-2 Schulstandortmonitorings Österreich im "Kurier". Die aktuellen Infektionen seien mindestens eineinhalb Mal so hoch wie die nachgewiesenen Fälle. Zum Vergleich: Am Donnerstag waren offiziell 76.662 aktiv an Corona erkrankt gemeldet. 

Getestet wird großteils bei Symptomen

Die Abwasser-Analyse wird in 108 Kläranlagen durchgeführt, in deren Einzugsgebiet mehr als 3.000 Schulstandorte liegen. Derzeit testen sich hauptsächlich Menschen, die Symptome haben. "Deshalb zeigen uns die Inzidenzen nicht die Wahrheit, sondern führen derzeit zu einer groben Unterschätzung des Infektionsgeschehens", erläuterte Insam. Denn auch Infizierte ohne Symptome scheiden Virenfragmente aus, die ins Abwasser gelangen.

Abwasser-Belastung auf Stand der Herbst-Welle

Die Belastung des Abwassers mit viraler RNA geht laut dem Experten eindeutig in den Bereich der Delta-Welle im Herbst. Bei Delta gab es aber einen schwereren Erkrankungsverlauf. Die derzeit dominanten Omikronsubvarianten BA.4/BA.5 sind wiederum infektiöser.

Das Schulmonotiroring wird laut "Kurier" mit Ende August beendet, übrig blieben dann nur 24 Kläranlagen im Rahmen der Abwasseruntersuchungen des Gesundheitsministeriums. Isam gab sich aber zuversichtlich, dass es gute Gespräche gebe, dass die Tests weitergeführt werden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam