APA - Austria Presse Agentur

Corona: Steiermark führt 2G-Regel ein

27. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

In der Steiermark soll ab dem 8. November die 2G-Regel in der Nachtgastro und bei Großevents gelten.

Die Steiermark verschärft die Regeln zur Corona-Bekämpfung deutlich. Wie Mittwochvormittag bekannt gegeben wurde, gilt künftig wie in Wien in der Nachtgastronomie und bei Events mit mehr als 500 Personen 2G. Das heißt, Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein. Dazu kommt eine FFP2-Pflicht in Kundenbereichen, bei Kulturevents und bei religiösen Zusammenkünften.

Beschäftigte und Besucher in Spitälern, Kuranstalten und Pflegeheimen unterliegen künftig einer PCR-Test-Pflicht, wenn sie nicht genesen oder geimpft sind. In Ordinationen gilt selbiges für das Personal. Die PCR-Tests müssen dabei von externen Laboren ausgewertet werden. Somit kommen dann weiterhin Tests in Apotheken, auf Teststraßen, aber auch die Gurgeltests in Frage, sagte Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) beim Pressegespräch in Graz auf Nachfrage. Die Gültigkeitsdauer bleibt bei 72 Stunden.

In Kraft treten die neuen Regeln mit 8. November. Eine entsprechende Verordnung wird vom Land ausgegeben werden. Dies wird durch die zuletzt erlassene dritte Covid-19-Maßnahmenverordnung des Bundes ermöglicht.

Schützenhöfer: "Aktionsplan" nun nötig

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sagte, dass die Impfquote im Bundesland mit 63 Prozent Vollimmunisierten zwar "viel, aber viel zu wenig" sei. Daher habe ich seit Wochen einheitliche bundesweite Regelungen verlangt. Ich bekenne mich zum Stufenplan der Bundesregierung, aber wir werden von den neuen gesetzlichen Möglichkeiten Gebrauch machen." Der Stufenplan sei nämlich ein "Reaktionsplan", man brauche aber einen "Aktionsplan". "Wir wollen verschärfen, damit es nicht schlechter wird", begründete der Landeshauptmann die neuen Maßnahmen.

Lang: Vierter Lockdown nicht leistbar

Damit soll ein vierter Lockdown verhindert werden, denn dieser sei laut Landeshauptmannvize Anton Lang (SPÖ) nicht leistbar. Betroffen sind etwa auch Fußballspiele, kirchliche Einrichtungen und Kulturveranstaltungen. "Wer gerne auf den Sportplatz geht, wird sich impfen lassen, oder zu Hause bleiben", brachte es Schützenhöfer auf den Punkt.

Die Maßnahmen werden seitens der Ärzteschaft mitgetragen: Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstand der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes, machte deutlich, dass die Zahlen auf der Normalstation und bei den Intensivbettenbelegungen steigen: "Wir müssen handeln." Vor zwei Wochen noch sei eine "Seitwärtsbewegung" bei den Infektionszahlen zu sehen gewesen, doch nun steigen sie deutlich, so die Mediziner, die sich mit der Landesregierung vor der Bekanntgabe der Maßnahmen getroffen hatte und die neuen Regeln unterstützen.

FPÖ: "Landesregierung führt Chaos ein"

Der steirische FPÖ-Landesparteiobmann Mario Kunasek ließ in einer Aussendung wissen, dass die Maßnahmen die "schlimmsten Befürchtungen" der Freiheitlichen bei weitem übertreffen würden: "Die steirische Landesregierung führt mit den Verschärfungen im gewohnt vorauseilenden Gehorsam der Bundesregierung gegenüber ein Chaos ein, welches seinesgleichen sucht. Meilenweit ist nichts von dem von Kanzler und Ministerriege angekündigten 'Ende der Pandemie' zu sehen. Stattdessen werden die Steirer mit immer neuen und schärferen Verordnungen drangsaliert." Die ÖVP habe inzwischen "jegliche Schönfärberei abgelegt und steuert mit immer größeren Schritten auf eine tatsächliche Impfpflicht zu".

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb