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Corona-Cluster von Weihnachtsfeier in Oslo zeigt, wie ansteckend Omikron ist

20. Dez. 2021 · Lesedauer 2 min

In einem Restaurant in Oslo gab es Ende November einen großen Corona-Cluster. Trotz doppelter Impfung und vorherigem Test infizierten sich fast drei Viertel der 117 Teilnehmer einer Weihnachtsfeier mit der Omikron-Variante.

117 Menschen waren am 26. November bei einer Weihnachtsfeier in einem Restaurant im norwegischen Oslo. 96 Prozent waren vollständig - d.h. mit zwei Impfstichen - geimpft, alle haben zuvor einen Schnelltest oder einen PCR-Test gemacht, alle waren negativ. Ein Partygast war zwei Tage zuvor aus Südafrika wiedergekommen und hatte sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert - doch das wusste er zum Zeitpunkt der Feier noch nicht.

Die Feier konnte von den norwegischen Behörden im Nachhinein als Omikron-Cluster ausgemacht werden, wie eine aktuell laufende Studie des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit berichtet. Mit Stand 13. Dezember hatten sich 81 der damals Anwesenden (von 111, die an der Studie teilnahmen) mit Corona infiziert. Davon wurde bei 66 die Omikron-Variante nachgewiesen, bei den übrigen 15 Positiven, deren Proben noch nicht sequenziert wurden, wird sie ebenfalls vermutet, heißt es in einem aktualisierten Bericht der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC über die Studie.

Fast 70 weitere Gäste angesteckt

Die Gruppe der Feiernden war in einem eigenen Raum des Restaurants untergebracht. Vermutlich an der Restaurant-Bar und auf der Tanzfläche wurden jedoch auch andere Lokalgäste angesteckt, weiß die Studie zu berichten. Fast 70 weitere Gäste des Abends wurden anschließend ebenfalls positiv auf Corona getestet, davon wurde bei 53 die Omikron-Variante nachgewiesen.

Die Teilnehmer der Weihnachtsfeier waren zwischen 30 und 50 Jahre alt, der Altersschnitt bei den Infizierten liegt bei 38 Jahren. Fast alle der Infizierten klagte über grippale Symptome wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Fieber. Die häufigsten Symptome waren Husten, Erschöpfung/Mattheit sowie Hals- und Kopfschmerzen. Nur einer der Befragten hatte keinerlei Symptome. Hospitalisiert wurde mit Stand 13. Dezember keiner der Betroffenen.

Hoch ansteckend auch bei doppelter Impfung

Einige der Infizierten seien - trotz negativem Antigentest im Vorfeld - möglicherweise bereits vor der Party infiziert gewesen. Ebenfalls könnten sich einige der Teilnehmer auch kurz zuvor oder nach der Feier am Arbeitsplatz angesteckt haben, gibt die Studie zu bedenken.

Die Erkenntnisse würden allerdings nahelegen, dass die Omikron-Variante auch bei doppelt Geimpften hoch ansteckend sei, heißt es in dem ECDC-Bericht. Keiner der Teilnehmer der Weihnachtsfeier hatte zu dem Zeitpunkt eine Booster-Impfung. Eine Erkenntnis, die auch der deutsche Virologe Christian Drosten auf Twitter teilt.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos