APA - Austria Presse Agentur

Corona-Ampel in 21 Bezirken neu auf Rot gestellt

22. Okt 2020 · Lesedauer 4 min

Das Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus vergrößert sich in immer weiteren Teilen Österreichs. Die Kommission, die jeden Donnerstag über die Schaltung der Corona-Ampel entscheidet, hat am Abend für 21 weitere Bezirke bzw. Regionen rot gegeben. Damit haben alle Bundesländer außer Wien und Kärnten rote Regionen. Dazu kamen zahlreiche weitere Bezirke, die nun orange sind. Lediglich Hermagor in Kärnten und Linz Land haben nun mit Gelb statt Orange eine bessere Bewertung.

Rot wurden demnach Neusiedl am See im Burgenland, in Niederösterreich St. Pölten Stadt, Amstetten (direkt von Gelb auf Rot gestellt), Bruck an der Leitha, Mödling und Tulln, in Oberösterreich Gmunden, Grieskirchen, Ried im Innkreis, Rohrbach, Schärding und Vöcklabruck, in Salzburg Salzburg Umgebung, St. Johann im Pongau und Zell am See, in der Steiermark Leoben und Voitsberg, in Tirol Imst, Landeck sowie Schwaz und in Vorarlberg die Region Rheintal/Walgau. Gegenüber der Vorwoche unverändert rot blieben die Bezirke Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol.

In weiteren 23 Bezirken ist die Risikoeinschätzung nunmehr hoch, die Ampel wurde daher neu auf Orange geschaltet. Dabei ging die Ampel für Lilienfeld (NÖ), Eferding (OÖ) und Südoststeiermark gleich von Grün auf Orange. Von Gelb auf Orange hochgestuft wurden Oberpullendorf im Burgenland, Klagenfurt Stadt in Kärnten, Melk und Neunkirchen in Niederösterreich, Braunau am Inn, Freistadt, Steyr Land und Urfahr Umgebung in Oberösterreich, Salzburg Stadt sowie Tamsweg im Bundesland Salzburg, Graz Stadt, Deutschlandsberg, Graz Umgebung, Leibnitz, Liezen, Weiz, Murtal und Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark sowie die Regionen Bregenzerwald/Kleinwalsertal und Montafon/Brandnertal in Vorarlberg. Gelb statt bisher Grün wurden Spittal an der Drau und Wolfsberg in Kärnten, Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich sowie Lienz und Reutte in Tirol.

Die Vorarlberger Landesregierung kommentierte die Entscheidung der Ampel-Kommission so: "Diese Entwicklung war aufgrund des Anstiegs an Neuinfektionen zu erwarten", so Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP). Das Land habe eine Maßnahmen-Verschärfung bereits vorbereitet, die neue Verordnung trete am Samstag in Kraft.

Kritik kam hingegen von St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ): Er teilte auf APA-Anfrage mit, die Rotschaltung der niederösterreichischen Landeshauptstadt auf der Corona-Ampel "aufgrund der aktuellen, sinkenden Indikatoren bei uns" nicht zu verstehen. Er halte nichts von Panikmache, die Entscheidung mit wieder neuer Berechnungsmethode sei aber "nicht nachvollziehbar". Mehr Besonnenheit und Klarheit wäre angebracht. "Wir werden aber natürlich alles daran setzen, auch weiterhin die Zahlen zu senken", betonte Stadler.

Noch vor der Bekanntgabe der aktuellen Farbschaltungen der Corona-Ampel sind vom Land Niederösterreich am Donnerstagabend die Maßnahmen für auf Rot gestellte Bezirke präzisiert worden. Neu im Vergleich zur bisher kommunizierten Vorgangsweise ist, dass auch in Regionen mit "sehr hohem Risiko" die Sperrstunde nicht von 1.00 Uhr auf 22.00 Uhr vorverlegt wird. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) argumentierte dies mit einer Verringerung der Infektionen im Gastrobereich.

"Die Menschen halten sich mit nur wenigen Ausnahmen an die Maßnahmen in der Gastronomie - und das zeigt Wirkung", hielt die Landeschefin fest. Auch um eine weitere Verschiebung des Infektionsgeschehens in den Privatbereich zu verhindern, könne daher von der früheren Schließung von Lokalen bis auf Weiteres abgesehen werden. Wirte und Gäste sorgen "selber dafür, dass die Sperrstunde derzeit nicht vorverlegt werden muss", betonte Mikl-Leitner. Dies sei das beste Beispiel dafür, dass jeder einen Beitrag dazu leisten könne, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

Im Bereich der Landeskliniken und Pflegeheime im Bundesland brächte eine Rot-Schaltung allerdings Veränderungen mit sich. So würden Besuche in den Spitälern auf Geburten, Kinderabteilungen sowie auf Zusammenkünfte mit palliativ betreuten Menschen eingeschränkt. In den Pflege und Betreuungszentren wären täglich zwei Besuche von höchstens je zwei Personen erlaubt. In besonders berücksichtigungswürdigen Fällen, etwa bei palliativ betreuten Bewohnern, könnten zusätzliche Einzelgenehmigungen erteilt werden, wurde betont.

Kindergärten sollen auch in roten Regionen grundsätzlich für alle offen bleiben, eine Bestätigung durch Dienstgeber der Eltern sei nicht notwendig. Es ergehe allerdings die Empfehlung an jene Personen, denen es möglich ist, ihre Kinder daheim zu betreuen.

Quelle: Agenturen