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Containerriese vor deutscher Nordseeküste auf Grund gelaufen

03. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Der 400 Meter langer Containerriese "Mumbai Maersk" ist im Wattenmeer der Nordsee auf Grund gelaufen und muss freigeschleppt werden. Dabei setzte das Havariekommando seine Hoffnungen auf die Flut gegen 2.00 Uhr am Freitag. In der Nacht zuvor war ein Versuch gescheitert, den Frachter freizuschleppen. Auch die Flut Donnerstagmittag fiel zu niedrig aus. Außerdem warte man noch auf leistungsstärkere Schlepper, sagte ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven.

Die "Mumbai Maersk" war am Mittwochabend auf der Fahrt von Rotterdam nach Bremerhaven vom Kurs abgekommen. Um 23.05 Uhr lief das Schiff gut sechs bis sieben Kilometer nördlich der Insel Wangerooge auf Grund. Schiffstracker im Internet zeigen, dass die "Mumbai Maersk" einen engen Kreis fuhr und dann auf dem Boden des Wattenmeeres aufsaß. Die Unfallursache war zunächst unklar. Die Wasserschutzpolizei ermittelt, sagte eine Sprecherin in Oldenburg.

Den Donnerstag über umschwärmten kleinere Schlepper den Havaristen, der 20.500 Standardcontainer (TEU) tragen kann. Auf der Fahrt nach Bremerhaven war das aus Asien kommende Schiff aber nur teilweise beladen. "Die Besatzung ist sicher. Es gibt keine Verschmutzung und keine Zeichen einer Beschädigung des Rumpfes", teilte die dänische Reederei Maersk auf Twitter mit.

Schon in der Nacht wurde auf der "Mumbai Maersk" ein Team von Seeleuten abgesetzt, die auf den Einsatz auf manövrierunfähigen oder verlassenen Schiffen spezialisiert sind. Die Reederei beauftragte nach Angaben des Havariekommandos eine Bergungsfirma mit dem Freischleppen. Die Aktion werde für einen Zeitpunkt "bei optimalen Wasserständen" vorbereitet. Dabei tickte allerdings die Uhr für das Bergungsteam, denn schwere Gegenstände wie ein Schiff versinken mit jedem Wechsel von Ebbe und Flut tiefer im weichen Meeresboden.

Für die Nordseeküste rief der Unfall auch Erinnerungen an den Jänner 2019 wach. Damals hatte ein anderer Containerriese, die "MSC Zoe", im Sturm vor den niederländischen und ostfriesischen Inseln 342 Container verloren. Fracht aus den geborstenen Kisten landete monatelang die Küsten.

Quelle: Agenturen