China streicht wegen Corona-Zahlen zahlreiche Flüge

10. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Vor dem Hintergrund weiter ansteigender Corona-Zahlen sind in China zahlreiche Flüge gestrichen worden. Wie die Parteizeitung "Global Times" am Donnerstag berichtete, hatten einige Flughäfen im Land bereits am Mittwoch den Großteil ihrer Flüge gestrichen. In der von einem Corona-Ausbruch besonders schwer getroffenen südchinesischen Metropole Guangzhou seien mehr als 1.000 Flüge ausgefallen.

Auch an den beiden großen Flughäfen der Hauptstadt Peking wurden demnach jeweils mehr als 700 Flüge abgesagt. Die Flugstreichungen gehören wie Lockdowns, Zwangsquarantänen und Massentests zu den strikten Maßnahmen, mit denen die Regierung versucht, die Verbreitung des Virus zu einzudämmen. Trotz der verfolgten Null-Corona-Politik, die die Wirtschaft des Landes schwer belastet, steigen die Infektionszahlen landesweit seit Wochen wieder an.

Nach 8.176 Corona-Erkrankungen am Vortag meldeten die Behörden am Donnerstag landesweit rund 8.800 weitere Infektionen. Neben Guangzhou stiegen in den vergangenen Tagen auch die Infektionszahlen in anderen Großstädten wie Peking, Shanghai und Chongqing wieder an.

Trotz zunehmender Kritik rückt Chinas Führung nicht von ihrer strikten Null-Covid-Politik ab. Die Vorgehensweise sei "standhaft zu unterstützen", erklärte der von Präsident Xi Jinping geleitete Ständige Ausschuss des Politbüros der Kommunistischen Partei am Donnerstag. "Wir müssen resolutere und entschlossenere Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung der Epidemie so schnell wie möglich einzudämmen und die normale Produktions- und Lebensordnung so bald wie möglich wiederherzustellen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Ausschuss. "Wir dürfen die notwendigen Initiativen zur Epidemieprävention nicht lockern."

Einen von vielen Bewohnern und Unternehmen befürchteten stadtweiten Lockdown, wie es ihn dieses Jahr bereits in Shanghai zwei Monate lang gegeben hatte, ordneten die Behörden in Guangzhou bisher nicht an. Analysten schlossen aber nicht aus, dass es so weit kommen könnte - mit entsprechenden Folgen auch für die Wirtschaft. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich in den vergangenen Monaten angesichts der strengen Null-Covid-Linie deutlich verlangsamt. Bald drei Jahre nach Ausbruch der Pandemie sind Lieferketten weiter beeinträchtigt. Das schlägt auch auf Produktion und Verbrauch durch.

Quelle: Agenturen